Lästige Bahnhofsgäste

Herrsching - Schon immer haben in der offenen Halle des Herrschinger Bahnhofs Schwalben genistet - und machten Dreck. Vor zwei Jahren gesellten sich Tauben dazu, und die machen noch viel mehr Dreck.

Mit einem speziellen Netz extra zur schonenden Abwehr von Tauben entwickelt, wollte die Bahn dem Problem Herr werden, das auch schon der Gemeinde ein Dorn im Auge war. Denn nicht nur der Boden ist verdreckt, man kann auch von Glück reden, wenn man kotfrei durch die Halle gelangt. Als die beauftrgte Firma die Netze im Juli anbrachte, versäumte sie jedoch sowohl Bahnhofsbesitzer noch die Bahn selbst zu informieren. Darum wusste niemand mit dem Netz etwas anzufangen, dass genau so beschaffen ist, dass es Tauben abwehrt, aber Schwalben nach kurzer Gewöhnung leicht hindurchschlüpfen können.

Tierfreunde unter den Bahngästen gerieten aber in Sorge. Sie sahen die Schwalbenbrut hinter dem Netz und die Elterntiere vor dem Netz fliegen. Sie riefen die Polizei. Auch die wusste keinen Rat, es kam die Feuerwehr. Die Retter fackelten nicht lang: Im Glauben Gutes zu tun, wurde das Netz, nicht einmal 24 Stunden, nachdem es aufgehängt worden war, bei Nacht und Nebel wieder heruntergerissen. Schaden: 5000 Euro.

"Es war von allen Seiten gut gemeint", weiß Horst Guckelsberger, Vorsitzender des Kreisverbandes Starnberg im Landesbund für Vogelschutz. Aber dennoch falsch. Denn den artgeschützten Schwalben drohte zu keiner Zeit Gefahr. Fremdenverkehrsreferentin Mia Schmidt hat unterdessen auch die Zusicherung der Bahn, dass im Herbst, wenn die Schwalben wieder gen Afrika abgezogen sind, nochmal ein Versuch unternommen wird, ein Netz aufzuhängen. Missverständnisse, hofft sie, werde es dann nicht mehr geben. Und Tauben hoffentlich auch nicht mehr so viele. Diesen unwillkommenen Gästen, die noch mehr Dreck machen als es die Schwalben tun, weil sie das ganze Jahr hindurch verweilen, soll der Aufenthalt durch das Netz so unangenehm gestaltet werden, dass sie sich ein anderes Quartier suchen. Wenn die Menschen nur lernten, Tauben nicht zu füttern, würden sie gar nicht erst eine so große Plage darstellen, meint Guckelsberger.

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