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Enterokokken

Trinkwasser wird vorsorglich gechlort

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Landkreis Starnberg - Das Trinkwasser in weiten Teilen des Landkreises wird ab sofort vorsorglich gechlort.  Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Betroffen sind laut einer Mitteilung der AWA-Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe folgende Gemeinden: Weßling, Wörthsee und Seefeld sowie die Ortsteile Buch, Bachern, Schlagenhofen (Gemeinde Inning), Frieding, Gewerbegebiet Rothenfeld (Gemeinde Andechs), Widdersberg (Gemeinde Herrsching), Landstetten, Perchting, Jägerbrunn und Sonnau (Stadt Starnberg) sowie Maising und Seewiesen (Gemeinde Pöcking). 

Wie gefährlich ist die Situation?

AWA-Geschäftsführer Hermann Doblinger beruhigt: „In einer Wasserprobe ist ein Enterokokken-Keim nachgewiesen worden. Eine einzige Mücke kann bis zu 10 000 dieser Keime in sich tragen.“ Dennoch habe sofort das Gesundheitsamt des Landkreises übernommen und eine vorsorgliche Chlorung des Wassers angewiesen. Diese soll bis voraussichtlich 25. Oktober beibehalten werden. Parallel dazu wird ständig beprobt und untersucht. Doblinger stellt klar: „Enterokokken selbst sind nicht gefährlich, sie sind lediglich ein Indikator für eine mögliche bakterielle Belastung des Trinkwassers. Gesundheitsbedrohende eKoli-Bakterien wurden nicht nachgewiesen.“ Für die AWA-Mitarbeiter fällt dennoch das Wochenende aus. Sie bereiteten bis tief in die Nacht die Chlorung vor und sind auf der Suche nach der Quelle der Verunreinigung. Bislang sei weder beim Brunnen noch im Wasserschutzgebiet etwas gefunden worden, was die Verunreinigung ausgelöst haben könnte, so Doblinger. 

Was muss ich genau beachten? 

Duschen, Baden und Zähneputzen ist laut Doblinger überhaupt kein Problem. Das Wasser sollte allerdings nicht direkt aus der Leitung getrunken werden. Auch die Verwendung zur Lebensmittelzubereitung sei erst möglich, wenn das Trinkwasser zuvor abgekocht wurde, so der Chef des Wasserversorgers. Derzeit lasse sich schlichtweg nicht genau sagen, wie lange es dauert, bis das gechlorte Wasser bei den Abnehmern ankommt – „das kommt ganz auf die Abnahmemenge im Netz an, kann aber ein bis zwei Tage dauern“, so der Experte weiter. Leitungswasser, das zur Zubereitung von Baby- und Kleinkindnahrung verwendet wird, sollte prinzipiell abgekocht werden – auch wenn keine Chlorung angeordnet ist. „Um es noch einmal zusammenzufassen: Wenn man das Wasser abkocht, geht man prinzipiell auf Nummer sicher“, meint Doblinger.

Kann man riechen, wann das gechlorte Wasser angekommen ist?

Nein, das können laut Doblinger nur die wenigsten. Denn zur vorsorglichen Desinfektion des Wassers wird Chlordioxid verwendet. Und das kann im Regelfall nicht gerochen werden.

Wohin kann man sich bei Fragen wenden?

Die AWA hat nach eigenen Angaben ein Infotelefon geschaltet, das das gesamte Wochenende über von Mitarbeitern besetzt ist. Unter Tel.: (0 81 52) 91 83 45 würden die Fragen der Trinkwasserkunden genau beantwortet. Offen ist derweil, wie lange die vorsorgliche Chlorung des Wassers dauern wird. „In dem Moment, als die Enterokokken nachgewiesen wurden, hat das Gesundheitsamt übernommen und entscheidet über alle weiteren Schritte“, so Doblinger.

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