In der Realschulke Gauting arbeitern die Schüler mit iPad und WLAN. Foto: svj

WLAN im Unterricht? Frage des Risikos

Landkreis Starnberg - Vor der Digitalisierung es Schulunterrichts warnt die Organisation Diagnose Funk. WLAN-Strahlung könnte die Schüler schädigen. Viele Schulleiter teilen diese Sorge nicht.

Die Realschule Gauting bietet seit vier Jahren so genannte iPad-Klassen an. Jeder Schüler dieser Klassen besitzt seinen eigenen Tablet-PC, der zum Lernen im Unterricht und zu Hause genutzt wird. Die iPads werden von den Eltern finanziert, sie sind also Eigentum der Schüler. Im Unterricht werden sie nur verwendet, wenn ihr Einsatz sinnvoll erscheint. Die Kritik Der Organisation Diagnose Funk an der Digitalisierung des Unterrichts kann Schulleiter Manfred Jahreis nicht nachvollziehen. Er bemängelt, dass nie jemand von Diagnose Funk vor Ort war, um sich den Ablauf des Unterrichts in den iPad-Klassen genauer anzusehen. Auch die Warnung vor gesundheitlichen Risiken durch den drahtlosen Internetzugang hält er für unbegründet.

Auch am Otto-von-Taube-Gymnasium (OvT) in Gauting kommen digitale Medien zum Einsatz. „Wir nutzen seit mehreren Jahren Laptops und Tablet-PC“, teilt der stellvertretende Schulleiter Jürgen Kaletta mit. Nächstes Jahr soll es an dem Gymnasium auch iPad-Klassen geben. Laut Kaletta müssen digitale Medien zum Unterricht dazugehören, da sie ein Teil der heutigen Lebenswirklichkeit sind. WLAN ist am OvT nur an bewusst gewählten Plätzen verfügbar, um die Strahlung so gering wie möglich zu halten.

Oberstudiendirektor Peter Meyer vom Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching sieht großes Potenzial in der Digitalisierung. „Wir beobachten diese Entwicklung nun schon länger“, erklärt er. Damit bezieht er sich auch auf die iPad-Klassen in Gauting. Er glaubt, dass Tablets die gewöhnlichen Schulbücher aus Papier irgendwann ersetzen werden. Bereits jetzt bilden sich Lehrer des Gymnasiums fort, um sich auf den Einsatz digitaler Medien im Unterricht vorzubereiten. In nächster Zeit kann die Umstellung allerdings aus finanziellen Gründen noch nicht stattfinden. „Viele Schüler können sich die iPads nicht leisten“, sagt Peter Meyer. Er hat die Diskussion über die Risiken der WLAN-Strahlung zwar mitbekommen, sieht darin aber nicht wirklich eine ernstzunehmende Gefahr.

Diese Ansicht vertritt auch Elke Bernlocher-Rettstatt, Rektorin der Grundschule Gauting: „Die Risiken konnten nicht bewiesen werden.“

Das Gymnasium Starnberg soll laut Direktor Joseph Parsch technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Jeder Klassenraum wird bald mit einem PC und Beamer ausgestattet. WLAN gibt es an der Schule nicht, was aber nicht an der Warnung vor der Strahlung liegt, sondern daran, dass bereits alles über eine LAN-Verbindung verbunden und drahtloses Internet deshalb nicht nötig ist.

An der Grundschule Andechs wird aus Sorge vor den Risiken drahtloser InternetZugang nicht genutzt. „Ich möchte die Schüler vor der Strahlung schützen“, sagt Rektorin Barbara Pfaffinger. Auch bei sich zu Hause hat sie kein WLAN. Die Andechser Carl-Orff-Schule hat zwar in jedem Klassenzimmer einen Computer, dieser ist jedoch ans Kabel angeschlossen. Michael Pimperl, Leiter der Grundschule Inning, teilt die Meinung seiner Andechser Kollegin. „Es besteht immer noch ein Restrisiko“, sagt er.

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