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Die Grippe wütet auch im Landkreis Starnberg.

Klinikum Starnberg ist voll

Stärkste Grippewelle seit Jahren

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Das Klinikum Starnberg ist an der Kapazitätsgrenze angelangt. Einer der Gründe ist die außergewöhnlich hohe Anzahl schwerer Grippeerkrankungen, erklärt der Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Thomas Weiler.

Landkreis –Die Grippewelle sei heuer deutlich früher aufgetreten und habe einen schwereren Verlauf als normalerweise. Dazu würden vermehrt Fälle des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) diagnostiziert sowie vereinzelte Fälle von Keuchhusten auftreten, so Dr. Weiler weiter.

Die Folge: Die Betten in Klinikum Starnberg sind nahezu komplett ausgelastet. Erschwerend komme hinzu, dass natürlich auch im Klinikum der Krankenstand des Personals hoch ist. „Wir behelfen uns zum Teil mit Personal von Zeitarbeitsfirmen. Zudem versuchen wir, all den Mitarbeitern, die Tag für Tag alles geben, unsere Dankbarkeit zu beweisen“, so der Geschäftsführer des Klinikums.

Er kritisiert im Gespräch mit unserer Zeitung allerdings auch, dass der Grippeimpfstoff, der heuer verabreicht werde, nicht verhindere, dass die Patienten trotz Vorsorge erkranken.

Das konnte der Leiter des Gesundheitsamtes beim Landratsamt, Dr. Lorenz Schröfl, gestern nicht vollumfänglich bestätigt. „Der Erreger, der dieses Mal auftritt, wird eigentlich vom Impfstoff mit abgedeckt. Allerdings vermutet man in den aktuellsten Veröffentlichungen, dass er nicht zu 100 Prozent wirkt.“ Dennoch dürfe nicht vergessen werden, dass sich längst nicht alle Menschen im Landkreis geimpft seien.

117 neue Fälle allein im Januar gemeldet

Dennoch sei die Zahl der gemeldeten Grippeerkrankungen in diesem Jahr schon außergewöhnlich hoch. Schröfl nannte auch Zahlen: „Im Januar 2014 gab es gerade einmal drei gemeldete Grippeerkrankungen im Landkreis Starnberg. 2015 waren es dann 31, im vergangenen Jahr neun Grippefälle.“ Ganz anders im Januar 2017: „Wir hatten im vergangenen Monat 117 nachgewiesene Grippeerkrankungen“, so Schröfl.

Die Dunkelziffer könne durchaus noch höher liegen, denn nicht bei jedem Patienten werde ein Abstrich gemacht und im Labor anschließend der Erreger nachgewiesen. Dazu kämen auch noch zahlreiche grippale Atemwegsinfektionen: Dabei handelt es sich zwar nicht um eine „echte“ Grippe, krank und elend fühlt sich der Patient allerdings dennoch. Bei den Fallzahlen liege der Landkreis Starnberg aber dennoch im bundesdeutschen und bayerischen Durchschnitt, so Schröfl weiter.

Keuchhusten-Schutzimpfung auffrischen

Die in letzter Zeit aufgetretenen Keuchhusten-Infektionen sind ihm zu folge Einzelfälle, die keinen Anlass zur Sorge geben: „Die Bevölkerung ist durch die Impfungen eigentlich durchimmunisiert“, so der Amtsarzt. Er empfiehlt dessen ungeachtet Erwachsenen, bei denen die Impfung gegen Tetanus und Diphtherie ansteht – sie muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden – sich sicherheitshalber auch noch einmal gegen Keuchhusten immunisieren zu lassen. 

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