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Spitzenkandidatin Martina Neubauer (Mitte) und die aussichtsreichsten Kandidaten der Grünen für einen Platz im Kreistag während der Versammlung im Bosco in Gauting.

Landratswahl 2020 in Starnberg: Martina Neubauer tritt für die Grünen an

Landratswahl 2020 in Starnberg: Martina Neubauer tritt im März als Kandidatin für die Grünen an.

Landkreis Starnberg – Es war eine Punktlandung, die die Landkreis-Grünen mit ihrer Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl 2020 hingelegt haben. „Um 23 Uhr werden wir rausgeschmissen“, hatte Kreissprecher Bernd Pfitzner zu Beginn der Sitzung im Gautinger Bosco um 17 Uhr gesagt. Und bis auch der 60. Kandidat für den Kreistag gewählt und alle Formalien abgeschlossen waren, war es dann ziemlich genau 23 Uhr. Eine Punktlandung wünschen sich die Grünen natürlich auch bei der Kommunalwahl am 15. März 2020: „Die Zeit ist reif für eine starke grüne Fraktion und eine grüne Landrätin“, formulierte Martina Neubauer (56) am Freitag die Ziele.

Die Starnbergerin selbst will das Landratsamt erobern – und sie führt auch auf Platz eins die Kreistagsliste ihrer Partei an. Mit 47 von 48 Stimmen erzielte Neubauer das beste Ergebnis aller Kandidaten. Während bei den übrigen Parteien und Gruppen oft blockweise und nach vorgelegten Listen abgestimmt wird, so ist das Prozedere bei den Grünen zwar aufwendig und zeitraubend, dafür aber basisdemokratisch. Die Vorschläge für die ersten 20 Plätze kamen in der Versammlung, bis zu sechs Bewerber kandidierten um eine Position, es gab Vorstellungs- und Fragerunden und jede Menge Abstimmungen.

Nach Neubauer folgt mit Kreissprecher Bernd Pfitzner (51) aus Tutzing der Landratskandidat von 2014, der sich gegen Sebastian Grünwald klar durchsetzte. Grünwald ist 28 Jahre alt, kein Parteimitglied, tritt für die Grünen aber in Weßling als Bürgermeisterkandidat an. „Ich will Verantwortung übernehmen“, sagte er. Am Ende schaffte er es in seinem siebten Versuch auf Platz 20 der Liste. Landtagsabgeordnete Anne Franke aus Gauting musste sich dreimal den Mitgliedern zur Wahl stellen, ehe sie auf Platz neun gewählt wurde. Zuvor hatte sie gegen Erika Schalper (Starnberg) und Andrea Schulte-Krauss (Krailling) das Nachsehen gehabt. „Wir können 30 Prozent erreichen“, sagte Franke mit Blick auf den Wahltag im März 2020. Das wäre mehr als eine Verdoppelung des Ergebnisses von 2014. Kreissprecherin Kerstin Täubner-Benicke wollte im Gespräch mit dem Merkur so weit nicht gehen, aber: „Wir wollen unser Potenzial deutlich ausbauen und das Ergebnis von bisher zehn Kreisräten ausbauen“, sagte sie.

Die Starnbergerin Täubner-Benicke rangiert auf Platz sieben und gehört zusammen mit Sebastian Grünwald zu insgesamt acht Bürgermeisterkandidaten, die es auf die Grünen-Liste geschafft haben: Anton Maier aus Feldafing auf Platz acht, Hans Wilhelm Knape aus Gauting auf Platz zehn, Florian Tyroller aus Wörthsee auf Platz 24, Thomas Zimmermann aus Seefeld auf Platz 26, Diana Franke aus Gilching auf Platz 29 – und Elke Link von der unabhängigen Gruppierung QUH aus Berg auf Platz 13.

Martina Neubauer schwor die Mitglieder und Sympathisanten ihrer Partei bereits auf die nächsten Wochen und Monate ein. „Lasst uns gemeinsam in den Wahlkampf ziehen: positiv, authentisch und glaubwürdig“, sagte sie. Und ja, sie habe „wirklich Lust, das zu machen“, sagte sie mit Blick auf ihre Ambitionen als Landrätin. Auch für Bernd Pfitzner ist die Richtung klar: „Ich wünsche mir, dass wir nicht nach unten schauen, sondern nach oben, um den Abstand zu verringern“, sagte er. 2014 landeten die Grünen im Landkreis Starnberg bereits auf Platz zwei hinter der CSU.  mm

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