Maurice HilbigInitiator des Kreisverbands der Europa-Union. Foto: FKN

Initiator im Interview 

Kreisverband der Europa-Union wird gegründet

Landkreis - Maurice Hilbig ist Initiator eines neuen Kreisverbands der Europa-Union und spricht darüber mit dem Merkur.

Ein Kreisverband Starnberg-Landsberg der Europa-Union inklusive Germering wird am Sonntag in Igling bei Landsberg gegründet. Die Europa-Union bezeichnet sich selbst als „größte Bürgerinitiative für Europa in Deutschland“, die sich unabhängig von Parteizugehörigkeit, Alter und Beruf für die europäische Einigung engagiert. 

Initiator ist Maurice Hilbig (21), Geschäftsführer der Starnberger CSU. Der gebürtige Münchner lebt seit 2007 in Starnberg und studiert Geschichte.


Europa-Union – das klingt wie der europäische Ableger von CDU und CSU.

Maurice Hilbig: Es ist zufällig das gleiche Wort, aber die Europa-Union ist überparteilich und überkonfessionell. Tatsächlich haben wir schon Mails bekommen, in denen die Überparteilichkeit in Frage gestellt worden ist. Aber das Ziel ist es, den Bürgern die Europa-Idee nahezubringen.

Wie wird das Parteienverhältnis sein?

Hilbig: Wir sind zurzeit knapp 60 Leute. Etwa die Hälfte gehört keiner Partei an, es sind einfach interessierte Bürger. Viele sind schon länger bei der Europa-Union – im Münchner Bezirksverband oder im Landesverband Bayern. Von den Parteien ist wahrscheinlich die CSU leicht vorn, aber auch etliche Mitglieder der FDP, der SPD und der Grünen sind dabei.

Können Sie Beispiele für Unterstützer nennen?

Hilbig: Christoph Bail und Martina Neubauer von den Starnberger Grünen unterstützen die Idee ebenso wie Johano Strasser. Auch die Landkreise Starnberg und Landsberg werden wahrscheinlich Mitglieder werden. Ich bin bei beiden Landräten, Karl Roth und Thomas Eichinger, gewesen. Sie sind beide von der CSU, aber ich wäre auch zu anderen Parteien gegangen. Beide haben zugesagt.

Wie sieht es mit Kommunen aus?

Hilbig: Utting ist dabei. Gemeinden aus dem Landkreis Starnberg bisher noch nicht, auch keine Bürgermeister.

Warum?

Hilbig: Viele Gemeinden haben große Skepsis, was Europa angeht.


Sie haben schlechte Erfahrungen gemacht, zum Beispiel bei den Einheimischenmodellen.

Hilbig: Ich würde sagen, die Gemeinden haben Recht, das zu kritisieren. Man sollte die Kompetenzen im kleinen Kreis lassen. Ich sage ja nicht, dass Europa nicht reformierbar ist. Wir sprechen nur von der Grundidee. Wo lokale Regelungen sinnvoll sind, sollte man sie zulassen.


Kritik gibt es auch wegen der Milliarden-Förderungen der EU, weil der Verdacht besteht, dass das Geld den Kleinen genommen und an die Großen verteilt wird.

Hilbig: Ich kann unterschreiben, dass es so ist. Deshalb wollen wir erstreiten, dass die EU transparenter wird.

Was können Bürger und Kommunalpolitiker tun?

Hilbig: Die lokale Ebene soll die Möglichkeit haben, über das Thema Europa eigene Standpunkte einzubringen. Einige Gemeinden haben eigene Europareferate gegründet, so zum Beispiel Landsberg.

Das Gespräch führte Lorenz Goslich

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