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Debatte im Gemeinderat

Dürfen Bauern Ferienwohnungen einrichten?

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Pöcking – Die Bauern im Landkreis haben es schwer. Die zu bestellenden Felder sind klein, die Milchpreise im Keller – kein Wunder, dass die Landwirte zunehmend auf andere Einnahmequellen angewiesen sind, um ihre Betriebe zu halten.

Das sorgt allerdings immer wieder für Debatten wie am Donnerstagabend im Gemeinderat in Pöcking. Grund war der Bauantrag, den ein Landwirt aus dem Ort eingereicht hatte. Er möchte ein Haus auf seinem Hof errichten – bislang wohnte der Bauer noch direkt in Pöcking, während seine Tiere und seine Technik außerhalb des Ortes liegen, berichtete Bürgermeister Rainer Schnitzler. „Dass der Mann gern einen richtigen Hof haben möchte, halte ich für nachvollziehbar“, meinte er. Da müsse man die eigentlich unerwünschte Zersiedelung in Kauf nehmen. 

Darüber herrschte auch noch halbwegs Einigkeit im Rat. Schwieriger wurde es bei der Frage, ob der Landwirt auch sechs Ferienwohnungen in dem Neubau einrichten dürfe. Die entsprechenden Aufsichtsbehörden hätten das bereits befürwortet, erklärte Schnitzler. Simone Greve (Grüne) indes war nicht begeistert von dem Vorhaben. „Wer garantiert uns, dass die Ferienwohnungen auch wirklich als solche genutzt werden und nicht einfach ganz normal dauerhaft vermietet werden?“, fragte sie. Und erinnerte an einen Beschluss des Gemeinderates aus dem Jahr 2012.

Damals hatte das Gremium festgelegt, dass die ausschließliche Nutzung als Ferienwohnung im Grundbuch eingetragen werden sollte. „Deswegen beraten wir heute noch einmal über den Bauantrag“, entgegnete Bürgermeister Schnitzler. Denn das lasse sich schlicht rechtlich nicht umsetzen. Deswegen gebe es auch keine Handhabe. Dessen ungeachtet müsse man darauf achten, dass die Bauern in Pöcking auch dauerhaft von ihrem Betrieb leben können. 

Und dazu gehöre für die meisten Bauern in Oberbayern dazu, dass sie Ferienwohnungen auf ihrem Hof anbieten. Andere Gemeinderäte sprangen ihm bei. Sie berichteten, dass Landwirte mittlerweile zu halben Eventmanagern geworden sind, Maislabyrinte betreiben, Veranstaltungen organisieren. Ansonsten müsse man dem Landwirt helfen, sich zukunftssicher aufzustellen, selbst wenn dadurch Flächen im Außenbereich versiegelt werden. 

„Der hat zum Teil seine Technik heute unter freiem Himmel stehen“, berichtete einer der Gemeinderäte. Und so befürwortete der Gemeinderat am Ende auch mit großer Mehrheit das Bauvorhaben. Allerdings soll darauf geachtet werden, dass eine Hecke gepflanzt wird.

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