Beben im britischen Königshaus: Nach Missbrauchsvorwürfen - Prinz Andrew legt öffentliche Ämter nieder

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Thomas Reich Ex-Bürgermeister, ist jetzt FW-Gemeinderat.  Foto: svj

Lieber Fußball als Gemeinderatssitzung?

Gilching - Die Gilchinger Gemeinderätin Rosemarie Brosig will ein Ordnungsgeld für Ex-Bürgermeister Thomas Reich. Der sei lieber zum Fußball als in eine Ratssitzung gegangen, wo er unangenehme Fragen zu erwarten hatte.

In der nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag, 24. Januar, um 19 Uhr im Rathaus wird Brosigs Antrag behandelt. Sie moniert, dass Freie-Wähler-Gemeinderat Reich bei zwei wichtigen Sitzungen nicht dabei war, um Fragen zu seiner Amtszeit als Bürgermeister zu beantworten.

In den Sitzungen sollten Berichte des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands (BKPV) besprochen werden, in denen mehrere Verstöße während der Amtszeit Reichs genannt wurden. Sowohl in öffentlicher als auch in nicht öffentlicher Sitzung stand das Thema am 15. März des vergangenen Jahres auf der Tagesordnung. „Doch Gemeinderat Thomas Reich blieb dieser Sitzung aus nichtigem Grund fern“, sagt BfG-Gemeinderätin Brosig. „Stattdessen ging er zu einem Fußballspiel und erschien nach der Sitzung im Fan-Dress in der Gaststätte Edelmann in Gilching.“

Dasselbe passierte Anfang Dezember noch einmal, als es wieder um den Prüfbericht gehen sollte. Brosig beruft sich in ihrem Antrag auf Artikel 48 der Gemeindeordnung. Danach sind Gemeinderatsmitglieder verpflichtet, an den Sitzungen und Abstimmungen teilzunehmen. Ansonsten droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250 Euro im Einzelfall. „Gegen diese Teilnahmepflicht hat meines Erachtens Gemeinderat Thomas Reich in beiden Fällen erheblich verstoßen“, stellt Brosig fest. „Wenn ein ehemaliger Bürgermeister und derzeitiger Gemeinderat so offensichtlich Fußballspiel und Kneipenbesuch seinem freiwillig eingegangen Ehrenamt vorzieht, vor allen Dingen wenn es um die Aufklärung von Verfehlungen geht … muss gehandelt werden.“

Die Verwaltung ist nicht Brosigs Ansicht. Sie empfiehlt dem Gemeinderat, den Antrag abzulehnen. Thomas Reich war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen.

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