Lüst verlässt ÖDP: „Das ist nicht mehr meine Partei“

Gauting - Rückschlag für die ÖDP im Landkreis Starnberg: Kreisvorsitzende Christiane Lüst, das bekannteste Gesicht der Partei, hat ihren Austritt erklärt. Die Gründe erklärt sie im Interview. 

Die Kreisvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Christiane Lüst (49), tritt aus ihrer Partei aus. Das kommt einem politischen Erdbeben gleich – Lüst ist das Gesicht der ÖDP im Landkreis Starnberg, sie ist seit fast 25 Jahren Mitglied und seit vielen Jahren Kreisvorsitzende. Ihr Austritt ist ein herber Schlag für die ÖDP. Zu den Grünen will sie nicht gehen, das stellte sie in einer Pressemitteilung gleich klar. „Die ÖDP hat sich ja damals gegründet, weil sie die Politik der Grünen nicht mehr vertreten konnte, und das sehe ich bis heute so. “ Der Starnberger Merkur sprach mit Christiane Lüst über ihre Motive.

Frau Lüst, was ist passiert? Wieso verlassen Sie die ÖDP?

Ich denke schon seit einem Jahr darüber nach. Seit Sebastian Frankenberger als Bundesvorsitzender abgewählt wurde, ist das nicht mehr die Partei, für die ich mich engagieren möchte. Mir hat die Art nicht gefallen, wie man mit ihm umgegangen ist. Viele gehen jetzt, weil sie keine Zukunft für die ÖDP sehen.

Sind Sie enttäuscht?

Ja, natürlich. Man hätte das alles auch anders machen können. Für mich war von Jugend an die ÖDP immer das, was alle anderen nicht waren, ich stand 150 Prozent dahinter. Dass ich mich jetzt zurückziehe, liegt nicht an der ÖDP, sondern an den Leuten.

Wie sieht Ihre politische Zukunft aus?

Ich behalte mein Gemeinderatsmandat als Parteifreie, ich wurde ja auch als Person gewählt. Auf Bundes- und Europaebene bleibe ich aktiv wie bisher, da hatte ich nie einen Parteiapparat im Rücken. Die Aktion GEN-Klage mit nun über 60 Organisationen weltweit habe ich gegründet. Ich bleibe auch mit meinen Interventionen bei der UNO dran. In vielen Ländern bin ich gegen die Folgen der Agrogentechnik aktiv und verhandle auch mit Regierungen wie Mexiko, Österreich etc. Das tue ich weiter.

Wieso sind die Grünen für Sie keine Alternative?

Unter Künast wurde die Gentechnik in Europa hoffähig gemacht, die Grünen haben das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine befürwortet, mit dem wir jetzt dem Agrochemie-Konzern Monsanto in Europa ganz offiziell die Tür geöffnet haben – das ist nicht die Politik, die ich unterstütze. (edl)

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