Maising trauert um Bernd Eichinger

Maising - In Maising hat sich der Tod des deutschen Filmproduzenten schnell herumgesprochen. In dem Ortsteil von Pöcking, wo der Verstorbene ein Haus besaß, war Bernd Eichinger „Mensch wie alle anderen“.

Nur zu gut erinnern sich die Maisinger an die Begegnungen mit dem Macher zahlreicher deutscher Blockbuster. „Bei uns hat er den Regisseur nie raushängen lassen. Er war sehr umgänglich und ein ganz normaler Mensch“, sagt ein Nachbar. Natürlich sei man am Ort geschockt über den tragischen Tod Bernd Eichingers, der am Montagabend während eines Essens mit Freunden und Familie in Los Angeles einen Herzinfarkt erlitten hatte und anschließend starb, mit 61. Liebenswürdig sei er gewesen, ein „netter Typ“, der anstandslos unterschrieb, als der Ur-Maisinger Martin Nirschl im Dorf Unterschriften für bairische Sprache und Dialekte gesammelt hat.

Vermutlich ist es so wie es Kurt Beiersdorf behauptet: „Maising - das war für ihn so etwas wie ein Rückzugsort.“ Der ehemalige Wirt des Gasthauses Ludwig, der heute das Augustiner in Wörthsee betreibt, hat die Stunden mit seinem prominenten Nachbarn - Eichinger hatte gegenüber ein Grundstück, auf dem ein hergerichtetes, altes Bauernhaus sowie ein Reitstall stehen - nicht vergessen. Ab und an kam er rüber zum Essen. „Auch seine Tochter oder Corinna Harfouch hat er mal dabei gehabt“, merkt ein früherer Stammgast an. Nina Eichinger, die von 1988 bis 2000 die Munich International School in Percha besucht hat, war in den vergangenen Wochen und Monaten öfter in Eichingers Haus gesehen worden als ihr Papa.

Der große Filmemacher, der im beschaulichen Rennertshofen bei Neuburg an der Donau aufgewachsen ist und von seinen Eltern auf ein katholisches Internat im Bayerischen Wald geschickt wurde, erlebte nach einer steilen Karriere mit Streifen wie „Der Name der Rose“, „Der bewegte Mann“ oder „Das Parfüm“ ausgelassene Partys mit Stars und Sternchen in Los Angeles, München, überall.

Und Maising? Vielleicht tatsächlich Eichingers Ruhepol, fern von Glamour und Hollywood. Dort, wenige Kilometer von jener Pöckinger Villa entfernt, die ihm einst den Stoff für den Zweiteiler „Vera Brühne“ lieferte, genoss Bernd Eichinger Landluft und den Kontakt zu den „einfachen“ Leuten, setzte sich im Wirtshaus an den Stammtisch, trank Bier und plauderte über dies und das - wie ein ganz normaler Mensch eben.

Thomas Kirmaier

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