Claus Piesch, Vorsitzender des Kreisjugendrings.

Ferienprogramm veröffentlicht

„Man hat sie vergessen“: Kreisjugendring-Chef übt Kritik am Umgang mit Kindern in Corona-Zeiten 

Der Vorsitzende des Kreisjugendrings Starnberg, Claus Piesch, kritisiert den Umgang mit Kindern  in der Corona-Zeit: „Man hat sie vergessen“, sagt er.

LandkreisClaus Piesch wirkt wie ein in sich ruhender und sehr ausgeglichener Mensch. Dieser Tage konnte der Vorsitzende des Kreisjugendrings (KJR) Starnberg aber nicht anders: Zum Umgang mit den Kindern und Jugendlichen während des Corona-Lockdowns fand er deutliche Worte. „Man hat sie vergessen“, sagte Piesch bei der jährlichen Vollversammlung, die diesmal im großen Saal der Starnberger Schlossberghalle stattfand.

Einfach Spielplätze abzusperren, ohne Alternativen zu schaffen, sei kein guter Weg gewesen. „Das Leben von Kindern spielt sich nicht nur im Kindergarten, der Schule oder zu Hause ab“, verdeutlichte Piesch. KJR-Geschäftsführer Ralph Stößlein richtete ebenfalls einen Appell an die anwesenden Delegierten und Politiker: „Wagt euch wieder aus den Löchern.“ Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie sollen wieder viel mehr Angebote für den Nachwuchs zur Verfügung stehen. Einige Gemeinden im Landkreis würden sich noch zu sehr in Zurückhaltung üben. Dabei gebe es genug Hilfen an die Hand. Gerade erst hat der Bayerische Kreisjugendring überarbeitete Empfehlungen zur Erstellung eines Hygieneschutzkonzepts herausgebracht. „Besonders draußen kann man einiges machen“, sagte Stößlein.

Berghütte in Unterammergau bleibt zu

Auch der KJR Starnberg selbst lässt Taten folgen. So wird es zum Beispiel im August ein Ferienprogramm geben, als Basis dient das Trachtenvereinsheim in Starnberg. Geschlossen bleiben muss dagegen die sehr beliebte Berghütte in Unterammergau, die dem Landkreis gehört. „Wir mussten schweren Herzens mit gutem Beispiel vorangehen und die Hütte weiter sperren. Vernünftige Hygieneschutzmaßnahmen waren einfach nicht möglich“, bedauerte Landrat Stefan Frey. Immerhin versprach er, sich im Kreistag für die finanzielle Unterstützung der Jugendarbeit trotz Sparzwang wegen der Corona-Krise einzusetzen. „Ich werde die Höhe der Zuschüsse tapfer verteidigen“, sagte Frey, der einst selbst dem KJR-Vorstand angehörte.

Die Krise hat auch bei den Finanzen des Kreisjugendrings seine Spuren hinterlassen. „Wir haben fast genauso hohe Kosten wie normal und Einnahmen sind weggebrochen“, klagte Piesch. Um weiter Angebote anzubieten, seien mehr Betreuer als normal nötig. „Damit die Hygiene-Vorschriften eingehalten werden können“, erläuterte Piesch.

Das Schönste am Abend war für ihn, in Erinnerungen an das vergangene Jahr zu schwelgen. Da hatte das Programm das KJR wieder für jeden Geschmack etwas zu bieten. Höhepunkte waren unter anderem die internationale Jugendfahrt nach Stockholm, eine Gruselwoche in Unterammergau und ein Survivalcamp in Viechtach. Dazu konnten die Starnberger 40 Jahre Partnerschaft mit dem KJR Regen feiern. Doch auch im Jahr 2020 gab es trotz aller Corona-Sorgen Grund zu Freude. Die Vorstandschaft setzte sich erfolgreich für das 365-Euro-Ticket für Kinder, Jugendliche und Auszubildende des Landkreises ein. Sie können ab August günstig das gesamte Angebot des Münchener Verkehrsverbundes nutzen. Informationen über das Ferienprogramm des KJR gibt es im Internet unter www.kjr-starnberg.de/index.php/aktionen/landkreisferien-programmangebote-in-starnberg.

Tobias Huber

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