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So schön ist der Blick von oben: Drohnen-Bilder aus dem Landkreis Starnberg.

Drohnen im Trend

Das Fünfseenland aus der Vogelperspektive

Landkreis - Michael Rudy aus Feldafing schießt mit seiner Drohne professionelle Bilder aus schwindelerregenden Höhen. 

Mit einem schrillen Surren steigt die Drohne in den Starnberger Winterhimmel. Bis auf 80 Meter schraubt sich der Quadrocopter von Michael Rudy aus Feldafing in die Höhe. Der 28-Jährige schaut konzentriert auf das iPad in seinen Händen, das er auf dem Steuerungsmodul befestigt hat. Dann reißt die Funkverbindung zu der Drohne ab. Seit einem Jahr fliegt Rudy eine Drohne.

An seinem Quadrocopter Phantom 3 ist eine kleine Kamera befestigt, mit ihr drehte Rudy bereits Filme über den Roseninsel-Achter auf dem Starnberger See, über Rettungsübungen der Wasserwacht und auch das Hörnle bei Oberammergau. Zu Weihnachten wünschte die Starnberger Feuerwehr auf einem seiner Videos schöne Festtage, das 1:40 Minuten lange Filmchen fand auch auf der Facebook-Seite des Starnberger Merkur viele Fans. Rudy kennt sich also aus mit dem Gerät.

 Und bewahrt auch die Ruhe, als die Funkverbindung abreißt. Drohnen sind auf solche Notfälle allerdings auch vorbereitet: Sie leiten automatisch den Landeanflug ein – über GPS geht es zurück zum Startpunkt. Theoretisch. Rudys Drohne schwebt allerdings immer noch ziemlich weit oben an diesem Nachmittag. Rudy arbeitet eigentlich beim Bayerischen Roten Kreuz. Das mit der Drohnenfliegerei macht er sozusagen als Zweitjob, dafür hat er eine Firma namens Drohnenweitblick gegründet.

 Seine Filme bietet er Unternehmen an, die auch ganz gut zahlen dafür. Für die 1:40 Minuten über die Feuerwehr allerdings drehte er auch bis zu drei Stunden und saß dann noch zwei Stunden am Computer – der Aufwand ist also groß. Für Besitzer einer Drohne gelten jetzt schon Auflagen, und Rudy geht davon aus, dass diese noch strenger werden. Von einem Führerschein, wie von Verkehrsminister Alexander Dobrindt vorgeschlagen, hält er nichts. „Zu kompliziert.“ Die Registrierung der Geräte allerdings macht in seinen Augen Sinn – „damit man den Besitzer ausfindig machen kann“.

 Rudy schaut konzentriert auf sein iPad. Seine Drohne ist immer noch ein kleiner Punkt am Himmel. Den Funkkontakt zu verlieren, ist ihm erst einmal passiert. „Über dem See“, sagt er. Damals hatte er Angst, die Drohne würde ins Wasser fallen. Doch artig kehrte sie zurück zum Startpunkt. Darauf setzt er auch diesmal. Aber das Ding da oben lässt sich Zeit. Rudy weiß gut Bescheid über die Gefahren und Risiken beim Drohnenflug. Die Rotorblätter seiner Drohne beispielsweise drehen sich 8000 Mal in der Minute.

 „Die häckseln Karotten – und erst recht Finger“, sagt Rudy. Daher solle man vor dem Start immer sicherstellen, dass niemand in der Nähe ist. Auch keine Hunde: „Die reagieren hysterisch.“ Wenn Hubschrauber in der Nähe sind, bleibt Rudys Drohne am Boden oder aber er landet sie sofort. Er empfiehlt Rücksichtnahme. Einige Menschen reagierten feindselig auf die Geräte, die Geräusche machen wie ein aggressiver Wespenschwarm. „Ich zeige ihnen dann, wie es funktioniert. Wenn jemand möchte, dass ich eventuell Bilder von ihm lösche, mache ich das sofort.“ Entscheidend ist für Rudy, „dass man mit Köpfchen fliegt“.

Piloten, die ihre Nachbarn ärgern und ihnen Drohnen in den Garten schicken, sollten sich das gut überlegen: Wer sich belästigt fühlt, kann sich beschweren und die Polizei einschalten, der Verstoß gilt als Ordnungswidrigkeit. Die ersten Flugstunden sollten unerfahrene Piloten auch auf jeden Fall auf Fußballplätze oder freie Felder verlegen, „das muss man schließlich richtig üben“. Der Untergrund sollte eben sein, das Wetter gut. Bei Wind wird die Steuerung schwierig. Rudys Drohne kann sich bis zu 1,5 Kilometer weit von ihm entfernen und ist dann immer noch steuerbar. Und sie schafft auch 500 Meter Höhe.

 Diese Radien sind allerdings verboten. „In Bayern gelten als maximale Höhe 100 Meter und 200 bis 300 Meter Entfernungen – ich muss immer auf Sicht fliegen“, erklärt Rudy. Das ist auch der Grund, weshalb für das autonome Fliegen wieder andere Regeln gelten. Das autonome Fliegen erfolgt über GPS-Koordinaten, die der Pilot in das Navigationssystem seiner Drohne eingibt. Zuvor muss er diese allerdings mit ihr auch abgeflogen haben. Beim nächsten Mal könnte die Drohne theoretisch alleine losfliegen. Das ist jedoch nur erlaubt, wenn die Drohne in Sichtweite bleibt und der Pilot jederzeit mit Hilfe der Fernsteuerung eingreifen kann. „Also eine große Runde über den See geht nicht“, sagt Rudy. 

Seine Drohne steht immer noch hoch oben am Himmel – und macht plötzlich einen Schwenk. „Ich sehe zwar nichts auf meinem Display, aber ich kann sie wenigstens wieder steuern“, sagt Rudy und wundert sich. Langsam verliert der Quadrocopter an Höhe. Eine Dame stellt unmittelbar neben uns ihr Rad ab. Kein Problem für Rudy, der seine Drohne routiniert einen Meter weiter landet. 18 Minuten kann sein Quadrocopter in der Luft bleiben – dann muss der Akku für etwa eine Stunde an die Steckdose. 

1,3 Kilogramm wiegt der kleine Flieger. Um die 1400 Euro hat er gekostet, für größere Varianten mit bis zu acht Rotoren blättert der Flugfan auch mal 6000 Euro hin. Marktführer ist die Firma DJI. An großen Drohnen lassen sich sogar Spiegelreflexkameras befestigen. „Die machen dann natürlich noch ganz andere Bilder als meine Kamera mit ihren zwölf Megapixeln“, erklärt Rudy. Wie viele Drohnen im Landkreis Starnberg herumfliegen, darüber gibt es keine offiziellen Angaben. Viele Drohnenbesitzer sind auch ohne Genehmigung unterwegs, was im Falle des Privatgebrauchs und ohne Kamera auch okay ist.

Die Szene ist noch klein, „ich kenne nur wenige, die das professionell betreiben bei uns“, sagt Rudy. In den vergangenen Jahren habe sich die Technik enorm entwickelt. „Eigentlich ist jetzt der beste Zeitpunkt, sich eine Drohne zu besorgen“, findet Rudy und schraubt die Rotoren von seinem Quadrocopter ab. Dann packt er ihn in einen speziellen Rucksack. Er hat erst eine Drohne verloren, „da hab ich die Fernbedienung aus der Hand gegeben und sie ist abgestürzt“. Heute ist alles nochmal gutgegangen. Und schöne Bilder hat Rudy auch im Kasten – trotz Funkstörung. 

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