Welcher Zug ist der Beste? Beim Schachspielen erhalten die Kinder Unterstützung von Schachmaskottchen Schachi und Schach-Förderer Roman Krulich. Foto: Münchner Schachstiftung

Schach auf dem Stundenplan

Pöcking - „Wann haben wir wieder Schach?“ Mehrmals haben Kinder der Grundschule Pöcking ihren Lehrerinnen diese Frage gestellt. Der Hintergrund: In diesem Schuljahr ist Schach erstmals in zwei zweiten Klassen Unterrichtsfach.

Die Kinder erhalten pro Woche eine Stunde Schachunterricht von einem erfahrenen Trainer der Münchener Schachstiftung.

Segeln, Reiten, Schach… Kinder für sein Hobby zu begeistern ist an sich nichts Ungewöhnliches. Für Roman Krulich, Gründer der Münchener Schachstiftung und selbst ambitionierter Spieler, ist Schach viel mehr als nur ein Zeitvertreib. „Durch das Schachspiel habe ich gelernt, strukturiert, zielorientiert und analytisch - aber dennoch intuitiv - vorzugehen und habe sehr viel von Schach profitiert. Diese positive Erfahrung möchte ich an Kinder weitergeben.“

Krulich hat der Münchener Schachstiftung, die den Schachunterricht an der Grundschule Pöcking anbietet, im laufenden Schuljahr die nötigen finanziellen Mittel für den Unterricht in zwei zweiten Klassen bereitgestellt. Wie begeistert die Kinder beim Schach sind, erlebte Krulich vor Ort: Während einer Schachstunde in der Klasse 2a ging er selbst an das Demobrett und diskutierte mit den Kindern einige kniffelige Schachzüge.

Nicht nur die Kinder sind schachbegeistert; auch die Klassenlehrerin und Sabine Marggraf, die Rektorin der Grundschule, sind vom hohen Wert des Schachunterrichts überzeugt. „An der Münchener Schachakademie haben wir mit Königsplan für Kinder eine ganzheitliche Unterrichtsmethode entwickelt, die Kindern Schach spielerisch vermittelt. Der Vorteil: Sie lernen dabei nicht nur Schach. Uns geht es vielmehr um Schlüsselqualifikationen wie logisch-analytisches Denken, Kreativität aber auch um soziale Fähigkeiten wie Fairness und Empathie, die das Schachspiel fördert“, betont Dijana Dengler, Vorsitzende der Münchener Schachstiftung. „Wenn Schach in den Unterricht integriert ist, werden nicht nur einzelne Kinder, sondern die Klasse insgesamt gefördert. Zahlreiche Studien zeigen, dass Schach als Unterrichtsfach zu besseren Leistungen führt. Das ist auch unsere Erfahrung in der Stiftungsarbeit: Der Zusammenhalt in der Klasse wird gestärkt, das Lernklima verbessert sich, die Kinder haben mehr Freude an der Schule.“

Worauf es zusätzlich ankommt, ist das Spielen! Damit die Kinder auch zu Hause, mit ihren Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden Schach spielen können, erhält jedes Schach-Kind, das von der Stiftung Schachunterricht erhält, ein Schach-Set.

Vor zwei Jahren hatten Schach-Großmeister Stefan Kindermann und Dijana Dengler in einer mitreißenden Show die Geschichte und erste Grundlagen des Schachspiels an der Grundschule Pöcking präsentiert. Die Show fand so viel Anklang, dass die Schachstiftung daraufhin zwei Schach-Arbeitsgemeinschaften in Pöcking einrichtete. Mehr noch: Die Schach-Show hat die Kinder derart beeindruckt, dass sie im Sommer 2014 selbst eine Schach-Vorführung in der Turnhalle vor großem Publikum wagten: Mit im Programm waren kniffelige Schach-Rätsel und eine Blitz-Schachpartie mit großen Schachfiguren.

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