+
Für die Verbindungen nach Herrsching und nach Tutzing wünscht sich der Landkreis einen durchgehenden 20-Minuten-Takt. 

Milliarden-Programm für die Bahn

Neuer Halt, besserer Takt, gute Bahnhöfe: Das sind die Wünsche des Landkreises

Der Bund wird der Deutschen Bahn mehr als 80 Milliarden Euro für Sanierungen der Bahnanlagen zur Verfügung stellen. Der Landkreis Starnberg will davon ein Stück abhaben – und er weiß genau, wofür.

Landkreis – Schon seit Langem gibt es ein Positionspapier der Landkreise im MVV, in dem Projekte für die Zukunft zusammengefasst sind. Für den Landkreis ist die Wiedereinrichtung des S-Bahn-Halts Weichselbaum zwischen Gilching und Weßling ein ganz entscheidender Punkt. Ein Halt der S 8 dort würde die weiter wachsenden Gewerbegebiete rund um den Sonderflughafen erschließen, begründet Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster die Forderung. Man müsse den Mitarbeitern dort ein Angebot machen, nicht nur mit Bussen wie der Expresslinie X910, sondern auch mit der S-Bahn. Derzeit arbeiten auf und am Flughafen rund 7000 Menschen. Der Haltepunkt soll in fußläufiger Entfernung eingerichtet werden, zumindest in einer Distanz, die man auch mit Leihrädern und E-Rollern bewältigen kann.

Für einen Halt in Weichselbaum eine andere Station aufzugeben – die Rede ist zumeist von Geisenbrunn, der nach Ein- und Aussteigern kleinsten Haltestelle der S 8 im Kreis –, liege nicht im Interesse des Landkreises und werde nicht angestrebt, betont Münster.

Durchgehender 20-Minuten-Takt nach Herrsching und Tutzing

Zu den Forderungen des Landkreises gehört auch ein durchgehender 20-Minuten-Takt bis Tutzing (derzeit zeitweise nur bis Starnberg) und Herrsching (derzeit zeitweise meist nur bis Weßling). Diese Forderung wird von vielen Betroffenen geteilt. So einfach ist das allerdings nicht, weil insbesondere für die S 8 weitere Gleise nötig sind – dort laufen bereits konkrete Planungen für den Ausbau des Abschnitts Steinebach-Hechendorf. Dieses Projekt, Ausbau des Bahnhofs Hechendorf inklusive, ist jedoch bereits finanziert – über die zweite Stammstrecke in München.

Der „Holpertakt“, sagt Susanne Münster, erschwert aber auch die Planung der Buslinien. Die werden auf S-Bahn-Fahrpläne abgestimmt, weil viele mit dem Bus zur Bahn fahren. Wer dann aber wegen eines fehlenden 20-Minuten-Takts lange am Bahnhof warten muss, überlegt sich unter Umständen, doch wieder das Auto zu nehmen. Und das will der Kreis nicht.

Barrierefreier Ausbau

In der Forderungsliste der Landkreise stehen für die S 6 auch der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe Starnberg und Feldafing – das könnte unter Umständen einem Wunsch in Starnberg entgegenkommen, die Umsetzung der Seeanbindung mit Bahnmitteln teilweise zu finanzieren. Auch der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe an der S 8 findet sich in dem Papier (Weßling, Neugilching, Geisenbrunn; Argelsried ist ausgebaut; Weßling, Hechendorf und Steinebach in Planung). Dazu kommt die Beseitigung des Bahnübergangs Rieder Straße in Herrsching, der einen 20- oder 15-Minuten-Takt derzeit faktisch unmöglich macht.

Lesen Sie auch: Petition fordert Dach und Aufzug für Bahnhof See in Starnberg.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bürgermeisterwahl 2020 im Landkreis Starnberg: Wahlen und Kandidaten
Die Bürgermeisterwahl 2020 im Landkreis Starnberg wird spannend. Hier finden Sie einen Überblick über Gemeinden und Kandidaten bei der Kommunalwahl.
Bürgermeisterwahl 2020 im Landkreis Starnberg: Wahlen und Kandidaten
Golf-Urlauber bringen Tourismusrekord
Der Tourismus im Landkreis Starnberg hat im Jahr 2019 alle Rekorde gebrochen. Erstmals wurden deutlich mehr als eine Million Übernachtungen verzeichnet. Die …
Golf-Urlauber bringen Tourismusrekord

Kommentare