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Die erste Astronautin? Magdalena Pree (29) von der DLR GfR in Oberpfaffenhofen.

„Die Astronautin“

Unsere Frau im All?

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Diese Woche entscheidet sich, wer den Traum, die erste Deutsche im Weltall zu sein, weiterträumen darf. Magdalena Pree vom DLR GfR in Oberpfaffenhofen gehört zu den letzten sechs Kandidatinnen.

Oberpfaffenhofen – Auf einer Pressekonferenz in Berlin wurde am Mittwoch die Entscheidung verkündet, welche zwei Frauen mit dem Astronautentraining beginnen können: Nicola Baumann oder Insa Thiele-Eich - eine von ihnen wird dann 2020 zur internationalen Raumstation ISS fliegen. 

Für Magdalena Pree vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und deren Gesellschaft für Raumfahrtanwendung mbH (DLR GfR) aus Oberpfaffenhofen ein Traum, den sie seit ihrer Kindheit hegt. Ein Traum, von dem sie nie wirklich dachte, dass er sich erfüllen könnte – 20 000 Bewerbungen zählt die Europäische Raumfahrtagentur (esa). Die Chancen, auf diesem Weg einen der wenigen Plätze auf der ISS zu ergattern, sind verschwindend gering. Doch dann wurde die Aktion „Die Astronautin“ gestartet. Ziel: Die erste deutsche Frau ins Weltall zu schicken.

Aus hunderten Bewerberinnen wurden sechs

Sofort schickte Magdalena Pree ihre Unterlagen und ein Video ein. Wie Hunderte andere Frauen auch. Absolvierte Skype-Interviews, füllte medizinische Fragebögen aus. Mit jeder Runde reduzierte sich die Zahl der Kandidatinnen. Magdalena Pree blieb im Rennen. Der Traum vom Ausflug ins All, er rückte näher und näher. 90 Frauen waren zu psychokognitiven Tests nach Hamburg eingeladen. 30 von ihnen stellten sich dem psychologischen Auswahlverfahren, bei dem unter anderem die Teamfähigkeit der Bewerberinnen getestet wurden. Nach dieser Runde ging es zu den medizinischen Tests bei DLR in Köln. Am Ende blieben Magdalena Pree und fünf weitere Kandidatinnen übrig.

Jetzt geht es um alles. Wird morgen der Name der 29-Jährigen, die bei der DLR GfR als Ground Operations-Ingenieurin arbeitet, vorgelesen, dann beginnt die große Reise. Grundlagenausbildung für die ISS, Überlebenstraining in Russland, Tauchtraining bei der NASA in Houston. „Egal wie es ausgeht – ich hatte und habe großes Glück, dass mein Arbeitgeber immer hinter mir steht“, sagt die Ingenieurin.

Sie bringt alles mit, was man als Astronautin braucht. Magdalena Pree ist bei der DLR GfR für die Steuerung des Galileo-Satellitensystems zuständig, kümmert sich um die Daten- und Fehleranalyse. Schon mit 16 Jahren machte die gebürtige Österreicherin, die mit sechs Monaten nach Deutschland zog und anschließend in der Nähe von Passau aufwuchs, ihren Pilotenschein. Also durfte sie früher fliegen als Autofahren? Magdalena Pree lacht: „Das war gar nicht mal so einfach, als ich den Führerschein machte. Ich habe immer wieder versucht, mit den Pedalen zu lenken.“

Achtung Aliens: Sie kann Karate!

Aber auch diese Herausforderung meisterte sie. Genauso ehrgeizig ist sie auch, wenn es darum geht, ihre sportlichen Ziele zu erreichen. Sollte auf der ISS ein miesepetriger Außerirdischer vorbeischauen und Ärger machen, sollte er sich vorsehen: Seit Kindestagen trainiert Magdalena Pree Karate, hat mittlerweile den dritten schwarzen Gürtel. Nebenbei klettert sie leidenschaftlich auf die Alpengipfel, meisterte bereits mehrere längere Expeditionen.

Doch was sagt eigentlich ihre Familie dazu, dass die Erfüllung ihres Lebenstraums bedeuten würde, sich in einer Kapsel von tausenden Kilo hochexplosiven Treibstoffs ins Weltall schießen zu lassen? „Die haben mich immer unterstützt. Und noch ist es ja nicht soweit“, sagt Magdalena Pree vorsichtig. Eines ist auf alle Fälle klar. Heute werden nicht nur in Passau und Oberpfaffenhofen viele Menschen kräftig die Daumen drücken, damit die erste Deutsche im Weltall aus dem Landkreis Starnberg kommt.

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