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Die roten Bereiche stehen für deutlich weniger Schnee: Auch die Analyse des DLR zeigt, dass der Winter in unseren Breitengraden heuer besonders schwächelt.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Trotz Schnee-Armut: Forscher geben Frau Holle noch nicht auf

Oberpfaffenhofen – So wenig Schnee in einem Winter gab es selten: Auch die Satellitendaten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigen nun, wie rar sich die weiße Pracht in dieser Saison bislang gemacht hat.

„Der europäische Winter 2015/2016 war bis Ende Januar in Bezug auf die Schneebedeckungsdauer deutlich schneeärmer als in einer durchschnittlichen Saison“, erklären die Forscher in Oberpfaffenhofen. In großen Teilen der Alpen sei es über 40 Tage länger schneefrei geblieben als im langjährigen Mittel. 

Um wissenschaftlich zu untermauern, was beim Blick aus dem Fenster zu vermuten war, haben die Forscher ihr ganzes Knowhow in die Waagschale geworfen: So kann laut DLR mit Hilfe einer Kartierung der statistischen Schneebedeckungsdauer, dem „Global SnowPack“, bestimmt werden, ab wann, wie lange und wo bis wann Schnee gelegen hat. Daraus errechnen die Wissenschaftler das langjährige Mittel, das sie mit den einzelnen Wintern vergleichen können.

 Die Auswertung von Satellitendaten bis ins Jahr 2000 hat demnach ergeben, dass Oberbayern durchschnittlich an 70 bis 80 Tagen schneebedeckt ist. Der erste Schnee falle gewöhnlich im November, die Schneeschmelze beginne im Februar, heißt es. Die aktuell vom DLR angefertigten Karten zeigen allerdings überdeutlich, dass der aktuelle Winter komplett aus dem Rahmen fällt: „In fast ganz Mitteleuropa sah man eher die ersten Frühlingsblumen anstatt eine weiße Pracht“, äußern sich auch die Wissenschaftler erstaunt. Doch sie haben Frau Holle noch nicht aufgegeben: Auch in den vergangenen Jahren sei der Winter erst im Februar in Schwung gekommen und habe dann große Mengen Schnee gebracht. 

Die Arbeiten am DLR mit den Satellitendaten sollen zeigen, ob es sich „um kurzfristige Ausreißer oder langfristige Trends“ handelt. Und das natürlich weltweit: So habe Mitarbeiter Dr. Andreas Dietz, der das „Global SnowPack“ mitentwickelt hat, nachweisen können, dass sich der Schneezeitraum in Zentralasien in den vergangenen 30 Jahren um zwei Wochen verschoben habe. Schneefall und Schneeschmelze würden dort nun früher beginnen. „Ob sich diese Tendenz zu wärmeren Wintern tatsächlich durchsetzt, lässt sich allerdings erst in ein paar Jahren mit Gewissheit sagen“, heißt es. jvr

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