Sturmschäden

Orkantief "Niklas" und seine Folgen

Landkreis Starnberg - Ein Jahr ist es her, dass Orkan Niklas über Deutschland und Teilen Europas wütete. Die Folgen im Landkreis sind noch heute spürbar.

In Bayern hat es den Landkreis Starnberg mit am meisten erwischt“, sagt Martin Fink ein Jahr nach Orkan Niklas. Der Vorsitzende der Starnberger Waldbesitzervereinigung blickt mit Schrecken auf 2015 zurück: „Es war das extremste Jahr für den Wald.“ Etwa 100 000 Bäume seien gefallen. Mittlerweile könnten es gar 150 000 sein, schätzt Dr. Stephan Gampe vom Amt für Forsten. Heute noch seien etwa ein Drittel der Bäume gefährdet. „Weil sie vereinzelt stehen oder die Wurzeln gelockert sind.“

Ein großes Problem der Wälder habe Sturm Niklas erst heraufbeschworen: den massiven Befall durch Borkenkäfer. Fink erklärt: „Sie suchen sich Bäume, deren Saftfluss nicht normal ist.“ Das sei bei den durch den Orkan angegriffenen Bäumen der Fall. Die große Hitze im vergangenen Sommer förderte die Ausbreitung zusätzlich, so dass „die Menge an Käfern im Wald sehr hoch ist“. Direkt nach dem Sturm reagierten die Waldbesitzer zwar, indem sie die gefallenen Stämme möglichst schnell aus dem Wald holten. Dennoch habe sich eine Art, der Kupferstecher, bis zum Spätherbst rasant ausgebreitet.

Schlimme Erinnerungen an "Niklas"

Mit umgefallenen Bäumen auf den Schienen hatte die Deutsche Bahn zu kämpfen. „Solche Unwetterschäden wird man im Bahnbetrieb nie ganz vermeiden können“, sagt ein Bahnsprecher. Dafür müsste man seitlich der Gleise „breite Schneisen frei von Bäumen und Sträuchern halten. Das ist nicht zuletzt aus Naturschutzgründen nicht gewünscht“. Als Reaktion auf die zunehmenden Unwetter habe die Bahn aber besonders brisante Stellen ausgemacht. Diese gebe es wohl auch in Starnberg. Deshalb würden dort heuer im Herbst „stärker als in den vergangenen Jahren Bäume und Sträucher zurückgeschnitten“.

Richtig gefährlich war der Sturm auch für Stefan Dorn. Der Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei aus Erling erinnert sich noch genau, wie der Sturm Teile der Glasdächer seiner Gewächshäuser abdeckte: „Glasscherben mit zehn Zentimeter Größe flogen herum.“ Es wurde niemand verletzt. „Da bin ich froh. Das kann auch anders ausgehen.“ 15 000 Euro Schaden verursachte der Sturm an fünf Gewächshäusern. Neben den Dächern wurden auch darunter stehende Tische beschädigt. „Dann kam auch noch Schnee“, berichtet Dorn über die Folgetage. Zunächst wurden die Löcher der Dächer mit Folien und Holzlatten bedeckt, bis Ostern schon waren sie mit Glas erneuert. „Wir haben dann gleich die große Sause gemacht und den Verkauf mit umgebaut“, sagt Dorn. Die Glasdächer seien nun mit Silikon verklebt: „Die halten viel besser. Da muss schon ein gescheiter Sturm kommen“, glaubt er. Bei einem solchen helfe nur noch eine gute Versicherung.

Bauholzpreise stark gesunken

Viel Arbeit gab es nach Sturm Niklas auch für die Waldbesitzer. Plötzlich mussten sie mehr als die doppelte Menge an Holz vertreiben als im Vorjahr. Der Preis für Bauholz fiel um 20 Prozent. Bis Anfang Juni sei das gesamte Sturmholz vermarktet gewesen, sagt Fink. Ein anderes Problem gibt es aber bis heute: An Waldrändern fehlen Bäume. Diese sollten die anderen Bäume eigentlich schützen. „So ist der Wald angreifbarer. Auch bei kleinen Stürmen können so größere Schäden entstehen“, erklärt Fink. Deshalb werden kleine Bäume nachgepflanzt. „Der Waldrand muss sich selbst stabilisieren.“ Bis sich der Wald erholt hat? Gampe schätzt: „Das wird noch drei bis fünf Jahre dauern.“

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