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Hilfe zum Hören: HNO-Arzt Dr. Johannes Sturm passte in Pidkamin Hörgeräte an. 

Osteuropahilfe Starnberg-Wolfratshausen

Konkrete Hilfe für Familien

  • vonSandra Sedlmaier
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Wenn die Hilfe direkt ankommt: Die Osteuropahilfe für die Landkreise Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen hat für 2020 ein neues Projekt. Sie will sich an Bauprojekten in der Ukraine beteiligen und sucht Paten für Familien. 

Landkreis – Weg von den großen Kleidersammlungen, Geldtransfers für Familien mit behinderten Kindern und Patenschaften für bedürftige Familien: Die Osteuropahilfe für die Landkreise Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen hat einiges neu angestoßen. Für 2020 hat sich der Vorstand um Vorsitzende Maria Reitinger vorgenommen, in der ukrainischen Region um Brody, Lemberg und Pidkamin Mikroprojekte im Baubereich anzustoßen. Und es werden weitere Familienpaten gesucht.

Es sind oft banale Dinge, die in der Ukraine fehlen. Schulmöbel zum Beispiel. Die hat die Osteuropahilfe von der Lebenshilfe Bad Tölz an die Mittelschule nach Brody überführt. „Dort wurde ein Klassenzimmer für den Englischunterricht ausgestattet“, berichtete Reitinger. Oder es fehlt ein Mittagessen – die Osteuropahilfe unterstützt eine Suppenküche in Brody, die täglich 120 Essen ausgibt.

Und dann gibt es die großen Dinge, die das Leben um so vieles leichter machen. Hörgeräte für die Kinder in der Internatsschule für Schwersthörbehinderte in Pidkamin zum Beispiel. Die Akustikergruppe um HNO-Arzt Dr. Johannes Sturm aus Landshut versorgte im Laufe des Jahres alle 120 Kinder der Schule hörtechnisch, wie der Vorstand in seinem Bericht mitteilt. „Dabei wurden 35 neue Hörgeräte angepasst“, sagt Reitinger. Möglich wurde dies durch Firmenspenden und Geldspenden an die Osteuropahilfe. Endlich hat es auch mit dem Besuch einer Internatsmitarbeiterin in Landshut geklappt. Sie wurde geschult, so dass sie künftig die laufende Versorgung der Kinder übernehmen kann.

Für Maria Reitinger und ihre Vorstandskollegen war es das erste Jahr, in dem sie die Verantwortung trugen. Zu Recht können sie mit Stolz auf das Erreichte schauen. Etwa auf die Patenschaften für Familien. Der Vorstand habe die Unterstützung von Hilfsbedürftigen mittels Geldtransfers erweitert. „In Lemberg werden drei Familien mit vier behinderten Kindern laufend unterstützt“, sagt die Vorsitzende. „Zum Beispiel kann der 17-jährige Danylo seine Ausbildung an einer Computerschule fortsetzen.“

Das Geld der Osteuropahilfe nutzt den Familien auch im Alltag, etwa bei der Beschaffung von Hygieneartikeln oder bei Arztbesuchen. Im Frühjahr überzeugte sich der Vorstand, dass das Geld gut angelegt ist. Neu sind Patenschaften für Familien in Brody. Für zwei Familien gibt es schon Paten, für zwei weitere Familien werden noch Paten gesucht, sagt Reitinger. Die Lockerung der behördlichen Vorschriften, etwa der Wegfall der Visumspflicht, erleichtert der Osteuropahilfe die Arbeit deutlich.

Als neues Mikroprojekt hat die Osteuropahilfe unter anderem eine Beteiligung an den Sanierungskosten für die Mittelschule in der Region ins Auge gefasst. Sie könnte den Eigenanteil der Schule zum Teil übernehmen.

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