Paradies für 1,15 Millionen Euro

Weßling - Der Kinderhort in Hochstadt wird für 1,15 Millionen Euro umgebaut und erweitert. Das beschloss der Gemeinderat nach längerer Diskussion.

Schlussendlich ließ sich am Dienstagabend die Mehrheit des Weßlinger Gemeinderats mit 12:6 Stimmen von der Notwendigkeit der Erweiterung des Kinderhorts in der Alten Schule Hochstadt überzeugen. Für insgesamt 1,15 Millionen Euro soll der Anbau aus dem Jahr 1969 ein zweites Stockwerk erhalten, dazu werden der Altbau aus dem Jahr 1913 und das Erdgeschoss des Anbaus gründlich saniert und mit Wärmedämmung versehen (wir berichteten). Nach Abschluss der Bauarbeiten im Herbst wird der Hort Platz für bis zu 100 Kinder bieten.

Dennoch gab es auch massive Kritik an dem Konzept. Vor allem zwei Argumente führten die Kritiker der Horterweiterung ins Feld. Erstens: Ist Hochstadt überhaupt der richtige Standort für einen Kinderhort, wenn die Gemeinde noch gar nicht entschieden hat, wo das künftige gemeinsame Schulhaus gebaut wird? Und zweitens: Fällt die Planung angesichts des sich abzeichnenden Bedarfs nicht von vorneherein zu klein aus, so dass in zwei bis drei Jahren wieder erweitert werden muss?

Vor allem Franz Leitner (CSU) wiederholte seine Kritik, die er schon in der Sitzung des Bauausschusses geäußert hatte: "Der Hort steht an der falschen Stelle. Wir schaffen damit nur zusätzlichen Verkehr." Und Roland von Rebay (CSU) drängte in der Ratssitzung darauf, konkrete Zahlen auf den Tisch zu legen, wie viele Kinder in den nächsten Jahren in den Hort gehen werden. "Reicht der Platz für die nächsten zehn Jahre? Wenn wir in drei Jahren wieder erweitern müssen, schäme ich mich in den Boden hinein." Doch laut Planer Rasso von Rebay, der in dieser Funktion sein Mandat als Gemeinderat nicht wahrnimmt, sei nach dem Umbau noch Luft für weitere Kinder. Der Hort biete dann weit mehr Platz, als gesetzlich vorgeschrieben sei.

Susanne Mörtl (SPD) und Wolfgang Frieß (Grüne) setzten sich dagegen für den Hort ein. "Ich möchte eine Lanze für den Standort Hochstadt brechen", sagte Frieß. Es sei pädagogisch wichtig, dass Schule und Hort räumlich getrennt seien, damit die Kinder nachmittags Abstand von der Schule gewinnen könnten. Und Mörtl sagte: "Ich finde Hochstadt als Standort gut. Die Kinder haben dort paradiesische Zustände."

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