Probezeit verlängert

Herrsching - Der Bürgerbus soll nur wegen schlechter Zahlen nicht gleich eingemottet werden. Der Gemeinderat Herrsching stimmte am Montag einer Verlängerung der Probezeit um sechs Monate zu.

Seit 1. Oktober vergangenen Jahres fährt der Herrschinger Bürgerbus auf vier Routen zu günstigen Konditionen (wir berichteten): Erwachsene zahlen einen Euro, Kinder ab sieben Jahre 50 Cent. Jüngere fahren kostenlos. Die Ausnutzung ist dennoch schlecht, das Defizit hoch. Trotzdem sind die meisten Mandatsträger im Herrschinger Gemeinderat zuversichtlich. „Der Mensch braucht eine gewisse Zeit, um sich zu gewöhnen“, argumentierte zum Beispiel Mia Schmidt (parteifrei) und plädierte für eine Verlängerung der Probezeit um weitere sechs Monate.

Ganz leicht fiel die Entscheidung nicht, denn der Bus für die Dauer der bisherige Probezeit 21900 Euro (drei Monate) gekostet, aber nur Einnahmen in Höhe von 995 Euro eingefahren. Um die Akzeptanz zu verbessern, war bereites eine Fahrgastbefragung durchgeführt worden. „Weit über 200 Fragebögen kamen zurück“, freute sich Anke Strobl (BGH), der der Bürgerbus nicht nur als Mutter und Breitbrunnerin besonders am Herzen liegt. Sie war maßgeblich an der Erarbeitung des Konzeptes und der Auswertung der Umfrage beteiligt. Das grobe Ergebnis der Befragung sei, mehr Vormittagsfahrten anzubieten. Das sei inzwischen auch geschehen, dafür wurden Sonn- und Feiertagsfahrten gestrichen, da diese gar nicht angenommen wurden. Strobls Wunsch ist, die Probezeit unbedingt in Frühjahr und Sommer hinein zu verlängern. Zum einen, weil sie sich der Meinung Schmidts anschließt und meint, der Mensch müsse sich erst an Neues gewöhnen, und zum anderen, weil die Akzeptanz in der wärmeren und darüber hinaus auch helleren Jahreszeit durchaus größer sein dürfte.

Von der Idee „Bürgerbus“ zeigte sich zwar auch am Montag der gesamte Gemeinderat ausnahmslos begeistert, aufgrund der hohen Kosten gab es dennoch Stimmen, die sich gegen eine Verlängerung der Probezeit aussprachen. Klaus Pittrich (CSU) zum Beispiel rechnete vor, dass selbst die am besten frequentierte Linie Breitbrunn im Schnitt pro Tag nur zehn Fahrgäste habe, „das schaut mir a bisserl mager aus“. „Da müssen wir überlegen, ob wir 7000 Euro im Monat draufzahlen wollen“, meinte auch Willi Welte (FBU).

Für die nächsten sechs Monate war diese Summe der Mehrheit im Ratsgremium dennoch wert.

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