Käufer gesucht: Der Freistaat versucht seit längerer Zeit, die Albers-Villa in Garatshausen zu verkaufen. Foto: aj

Problematisches Liebhaber-Objekt

Feldafing - Der Kalvarienberg ist ein Schnäppchen. Für einen Euro wird die Gemeinde Feldafing dem Freistaat die Sakralanlage abkaufen. Ein ähnliches Geschäft sähen viele gerne, wenn es um die Albers-Villa geht.

„Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir für dieses Liebhaber-Objekt eine ordentliche Summe erzielen wollen“, sagt Dieter Knauer. Der Geschäftsführer der Immobilien Freistaat Bayern bezeichnet das Angebot des Kulturvereins Garatshausen, ein weiteres Ein-Euro-Geschäft abzuwickeln, als „nicht diskussionsfähig“.

Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim glaubt indes, dass „die Villa längst unter Denkmalschutz stehen würde, wenn sie nicht Eigentum des Freistaats wäre“. Er schätzt den Wert der Immobilie, die der „blonde Hans“ 1933 gekauft und dessen Witwe Hansi Burg 1971 dem Freistaat übertragen hatte, auf einen einstelligen Millionenbetrag im mittleren bis oberen Bereich. Die erste Ausschreibung vor gut einem Jahr hat laut Knauer kein wirtschaftlich akzeptables Gebot eingebracht. Interessenten seien vorhanden, zögern aber noch, denn: Das Grundstück liegt im Außenbereich und ist baurechtlich problematisch.

Doch es tut sich was. Auch wenn Sontheim die jüngste Entscheidung des Gemeinderats, über die Fläche nun einen Bebauungsplan zu legen, nicht als Entgegenkommen seitens der Kommune sieht, der Eigentümer aus München wird das gerne sehen, denn ein potenzieller Käufer weiß dann, was baulich möglich sein wird. Der Bürgermeister zeigte sich jedenfalls überrascht davon, wie schnell der Tagesordnungspunkt „Aufstellung eines Bebauungsplanes“ zuletzt durch das Gremium geflutscht war („Was? Einstimmig? Damit habe ich nicht gerechnet.“) und betont indes, dass man diesen Schritt tunlichst machen sollte, „damit wir unsere städtebaulichen Ziele kundtun und unser Hoheitsrecht in Anspruch nehmen“ - unabhängig davon, wer Eigentümer ist.

Knauer erklärt, dass man die Planung der Kommune abwarten müsse, um anschließend Konkretisierungen in einer zweiten Ausschreibung vornehmen zu können. Im Klartext: Heuer wird das nichts mehr.

Aus Sontheims Sicht wäre es erstrebenswert, dem „vielleicht größten deutschen Volksschauspieler“ dort, wo er gelebt hat, ein Museum zu errichten. Für Grünen-Gemeinderat Toni Maier ist das Grundstück ohnehin ein „Sündenfall“, denn der öffentliche Zugang zum See ist vom Eigentümer nicht gewährleistet. Wie die Sache mit dem Verkehrswert sei auch dies in der Bayerischen Verfassung verankert. Laut Knauer spreche allerdings der Naturschutz dagegen, denn im Uferbereich befinden sich auf dieser Fläche Biotope. Knauer: „Da kann man nicht einfach einen Fußweg durchziehen.“

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