Protest-Radeltour: Auf der Staatsstraße 2070 konnten sich die Teilnehmer ausnahmsweise einmal sicher fühlen. foto: aj

Radler fordern runter vom Gas

Inning - Mit einer Radldemonstration hat die Ortsgruppe Herrsching des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zum zweiten Mal ein landkreisweites Alltagsradwegenetz eingefordert.

Nachdem Anfang Oktober die Radfahrtauglichkeit Herrschinger Straßen unter die Lupe genommen worden waren, stand am vergangenen Freitag die enge und unübersichtliche Straßenführung der Staatsstraße 2070 zwischen Inning und dem Ortsteil Schlagenhofen im Zentrum des Protests. 50 Radfahrer konnten die Initiatoren vom ADFC, VCD, dem Energiewendeverein, Bund Naturschutz und Grünen mobilisieren.

„Wir konnten jetzt mal fühlen, wie es ist, wenn man auf der Landstraße keine Angst haben muss“, stellte Thomas Allner-Kiehling mit Blick auf die Polizeibegleitung fest. Der ADFC-Vertreter forderte eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Kilometer pro Stunde zwischen dem Bachabzweig und dem Abzweig nach Schlagenhofen ein. Man wolle auch nicht bis 2025 warten, bis die in Dringlichkeitsstufe II eingeordnete Staatsstraße möglicherweise verlegt und der von Hechendorf kommende Radweg verlängert werde, sagte er und kündigte weitere Protestfahrten an. Auch solle sich die Gemeinde Inning endlich um ein generelles Verkehrskonzept und einen Radwegeplan kümmern.

„Wir brauchen eine Sofortmaßnahme Tempo 40“, meinte Grünen-Vertreterin Ruth Paulig. Dafür müsse nur ein Verkehrsschild an dem Abzweig Schlagenhofen versetzt werden. Die ehemalige SPD-Gemeinderätin Jutta Göbber trat für ein gemeinsames Engagement von Gemeinde und Landratsamt ein: „Es ist wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen, um das Straßenbauamt zu überzeugen.“ Auch Bürgermeister Walter Bleimaier will, wie er auf Anfrage mitteilte, in den nächsten Jahren einen erneuten Anlauf zur Verlängerung des Radwegs nehmen. Sein Vorschlag: „Der Radweg nach Schlagenhofen könnte in Etappen gebaut werden.“ Vor vielen Jahren sei der Versuch an den Grundstücksverhältnissen gescheitert. Sie hätten sich durch einen Grundstückskauf seitens der Gemeinde inzwischen geändert. Dagegen gibt der Rathauschef dem Ausbau der Staatsstraße vor 2025 wegen des vorgegebenen Zeitplans keine Chance. In Punkto Verkehrskonzept verweist er auf das vom Verkehrsausschuss vorgeschlagene Verkehrskonzept mit Bürgerbeteiligung. Falls es in der nächsten Gemeinderatssitzung eine Mehrheit findet, könnte der Auftrag zeitnah an einen anerkannten Verkehrsexperten vergeben werden.

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