Schwere Vorwürfe an die Verwaltung

Gilching - „Ein fader Beigeschmack bleibt“, sagte Stefan Hartmann in der Gilchinger Ratssitzung am Dienstag. Erneut ging es um das geplante Einkaufszentrum am Starnberger Weg in Gilching.

Völlig überrascht zeigten sich die Gemeinderäte, als ihnen Bürgermeister Manfred Walter einen einstimmigen Beschluss vom Oktober 2009 präsentierte. Danach hat das Ratsgremium eine Änderung des Bebauungsplans für das Areal Starnberger Weg 60 abgelehnt. Laut Stefan Hartmann (FDP), der die Diskussion angeregt hatte, wäre dieser Schritt aber eine gute Chance gewesen, das umstrittene Einzelhandels-Projekt zu verhindern beziehungsweise ein Mitspracherecht zu sichern. Wie berichtet, wurde das fehlende Einvernehmen des Gilchinger Gemeinderats vom Landratsamt ersetzt. Der Vorwurf des Ratsgremiums lautet nun, dass seitens der Verwaltung nicht richtig informiert worden ist.

„Ich fühle mich verarscht“, sagte unter anderem Michael Hauser (CSU). „Wenn ich gewusst hätte, dass die Änderung des Bebauungsplans Sinn macht, hätte ich sofort zugestimmt.“ Angesichts weiterer Vorwürfe wurde der Verwaltung unterschwellig sogar unterstellt, dem Antragssteller zugearbeitet zu haben. Außerdem wurde erneut das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Nachtragsgutachten kritisiert und mittlerweile als Gefälligkeitsgutachten tituliert. Bekanntlich hatte sich Stefan Leuninger in seiner zweiten Expertise pro Standort Starnberger Weg ausgesprochen. „Dieser Standort war ursprünglich nur in Verbindung mit der Bebauung der Gilchinger Glatze im Gespräch. Bis aber die Glatze kommt, vergehen noch Jahre“, erinnerte Martin Fink (CSU).

Dass mit der Ansiedlung des neuen Einkaufszentrums mit insgesamt 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche weitere Märkte entstehen, die in direkter Konkurrenz zum Ortszentrum zu sehen sind, mahnte Manfred Herz (CSU). „Ich hätte mir gewünscht, die Verwaltung hätte den einfachen Bauerntrick durchschaut“, sagte er. Zumal laut Hartmann im Dezember noch die Möglichkeit bestanden hätte, durch eine Veränderungssperre Zeit zu gewinnen. „Auch darüber wurden wir nicht informiert“, bedauerte er. Nun soll auf gerichtlichem Wege entschieden werden. Die Gemeinde hat am 16. Januar Klage gegen die Genehmigung des Landratsamtes eingereicht.

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