+
Blechknäuel: Zwei Autos prallten frontal zusammen.

Spuren zu schmal

Crash auf A95: Retter kamen kaum durch

Starnberg - Auf der Großbaustelle der A 95 sind bei einer Unfallserie sieben Menschen teils schwer verletzt worden. Die Retter hatten massive Probleme, die Unfallstelle zu erreichen. Der Pilotversuch mit variablen Spuren wird aber fortgesetzt.

Ein Eurasburger (37), der Richtung München fuhr, war eventuell wegen gesundheitlicher Probleme über zwei Spuren in den Gegenverkehr geraten. Er streifte einen Dacia und stieß dann frontal mit einem Mini zusammen. Der Dacia geriet ins Schleudern und auf die Gegenspur. Dort blieb er quer liegen – zwei weitere Autos krachten in den Serienunfall. Bilanz der Verkehrspolizei: Fünf Menschen erlitten schwere Verletzungen – darunter der Eurasburger, seine Beifahrerin (30), der Fahrer des Mini (53, München), der Fahrer des Opels (42, Wolfratshausen) und der Fahrer des Dacia (39, München). Letzterer erlitt so schwere Verletzungen, dass er mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen wurde. Seine Tochter (5) flog mit, sie hatte den Unfall leicht verletzt überstanden.

Zum Unfallzeitpunkt waren drei Spuren Richtung München und zwei Richtung Starnberg freigegeben. Wegen der Bauarbeiten gibt es keine Mittelbegrenzung, sondern nur kleine Warnbaken – und ein Tempolimit. Bereits im Vorfeld des Versuchs, der erst am Montagmittag begonnen hat, hatte es Bedenken gegeben. So hatten die Retter gestern massive Probleme, zur Unfallstelle zu kommen. Zwar haben die Notfallpläne funktioniert, sagte Starnbergs Kreisbrandrat Markus Reichart, aber „wir sind auch nicht sofort durchgekommen“. Im Einsatz waren zehn Feuerwehrfahrzeuge, zehn Polizeistreifen, fünf Rettungswagen und mehrere Notärzte sowie ein Hubschrauber. Die Feuerwehrler aus den Landkreisen München und Starnberg versorgten die Verletzten – die Rettungswagen kamen aber nur mühsam durch. Die Spuren sind nämlich so schmal, dass Autofahrer keine Rettungsgassen bilden können; Rettungskräfte können jedoch stellenweise über den gesperrten Teil der Autobahn anfahren.

Schwerer Unfall auf A95: Mehrere Verletzte

Schwerer Unfall auf A95: Mehrere Verletzte

Die A 95 war stundenlang komplett gesperrt, der Stau reichte mehr als zwölf Kilometer bis Schäftlarn zurück. In Richtung Süden brauchten Pendler bis zu zwei Stunden länger als sonst, da auch die Ersatzstrecke (Olympiastraße) überlastet war. Die Autobahndirektion Südbayern ließ sofort die Lage prüfen. Deren Präsident Paul Lichtenwald erklärte am späten Nachmittag, nach bisherigen Informationen sei nicht die Baustelle, sondern ein Schwächeanfall Unfallursache gewesen. „Wir werden im Moment nichts an der Verkehrführung ändern“, sagte er. Aber: „Wenn der Kraftfahrer damit nicht klarkommt, müssen wir reagieren.“

Der ADAC ist noch skeptisch, was die Sicherheit eines Verkehrswechselsystems auf Autobahnen angeht. Prinzipiell seien Lösungen zu befürworten, die den Platz optimal nutzen und Staus vermeiden, betont Andreas Hölzel, Pressesprecher des ADAC. „Aber die Sicherheit der Autofahrer muss Priorität haben.“ 

ike/kwo

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Stefan Frey will pragmatisch und ohne Ideologie ins Landratsamt
Die CSU im Landkreis Starnberg hat Stefan Frey nun offiziell zum Landratskandidaten gekürt. Der 44-Jährige aus Starnberg soll nach dem Willen der Christsozialen …
Stefan Frey will pragmatisch und ohne Ideologie ins Landratsamt

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion