Ein Spezialeinsatzkommando stürmte ein Haus in Pöcking. Unser Archivfoto stammt von einem anderen Einsatz. F: fkn

SEK stürmt Haus in Pöcking

Pöcking - Ausnahmesituation: Ein - noch nicht bewiesener - Schuss brachte ein Polizei-Großaufgebot nach Pöcking. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte das Haus, in dem der Schütze vermutet wurde.

„Eigentlich kam am Ende nichts raus.“ Starnbergs Polizeichef Bernd Matuschek sieht den Einsatz vom Sonntagabend in Pöcking extrem distanziert. Dabei war alles dabei, was ungewöhnlich ist: ein Nachbar, der einen Schuss gehört hat, ein Großaufgebot an Polizei, ein Gewehr am Fenster und ein Spezialeinsatzkommando (SEK), das am Ende des Abends ein Haus stürmt. Ein junger Mann wird vorläufig festgenommen.

Was war passiert? Ein Anwohner der Hindenburgstraße hatte am Sonntag gegen 21.30 Uhr die Polizei alarmiert: Er habe einen Schuss gehört. Das habe sich nicht verifizieren lassen, sagt Matuschek. Die Polizeibeamten hätten jedoch hinter einem Fenster eine Waffe bemerkt. „Die Kollegen sahen ein Gewehrstativ und ein Zielfernrohr“, berichtet der Polizeichef. Sie holten Verstärkung aus Herrsching, Germering und Dießen und ein Spezialeinsatzkommando, das schließlich um 2.30 Uhr das Haus stürmte. Ergebnis: Die Waffe war eine Softairwaffe, von der unklar ist, ob sie eine Waffenerlaubnis erfordert oder nicht. Sie gehört einem 23-jährigen Mann, den die Polizei vorläufig festnahm. „Er sagt, er habe nicht geschossen“, sagt Matuschek. „Wir haben ihn im Lauf der Nacht wieder auf freien Fuß gesetzt.“ Jetzt soll ein Gutachten klären, ob mit der Waffe geschossen wurde und wie sie vom Waffenrecht her einzuschätzen ist.

Ein Nachspiel wird die Sache für den jungen Pöckinger in jedem Fall haben. Bei der Razzia in seiner Wohnung fanden die Polizeibeamten Rauschgift: eine geringe Menge an Marihuana.

Die Hindenburgstraße war während des Einsatzes für Autos und Fußgänger zwischen Post und Pixisstraße total gesperrt. Anwohner, die zwischen halb zehn und halb drei heimgehen wollten, wurden von der Polizei bis zu ihrer Haustür eskortiert.

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