Mit Prämien auf Mitarbeiterfang

Landkreis - Der Fachkräftemangel in Kinderbetreuungseinrichtungen ist groß. Mit Kopfprämien versuchen einige Kita-Träger der Misere beizukommen.

250 Euro bezahlt die KinderArt GmbH in Gilching, wenn ihr eine qualifizierte Fachkraft benannt wird und wenn es zu einem Arbeitsvertrag kommt, bestätigt ihr Geschäftsführer Gerhard S. Jaeger. Weitere 250 Euro kommen hinzu, wenn die betreffende Person nach sechs Monaten immer noch bei diesem Unternehmen tätig ist. Auch die Johanniter, die in Herrsching eine Kinderkrippe betreiben, bezahlen 500 Euro, wenn ihre Mitarbeiter „Weiterempfehlungsmanagement“ betreiben, sagt Andrea Staub, Pressesprecherin des Regionalverbands Oberbayern.

Der Starnberger Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) plant für 2013 ein Programm „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ - und auch dort sollen Prämien enthalten sein, wie Kreisgeschäftsführer Jan Lang ankündigt. „Wir wollen es als Motivationsschub sehen“, sagt Lang: „Es soll nicht dazu führen, dass man davon leben kann.“ Das gemeinnützige Unternehmen FortSchritt in Niederpöcking ist zwar nach eigenen Angaben „momentan sehr gut besetzt“, schüttet aber dennoch in Einzelfällen ebenfalls Prämien aus, wenn ihm Mitarbeiter zu neuen Fachkräften verhelfen.

Die Verweildauer der Erzieherinnen ist kürzer geworden, wie man bei der Inneren Mission festgestellt hat. Auch bei Problemen, zum Beispiel Stress im Team, neigten viele eher als früher zum Wechsel des Arbeitsplatzes. Durchgängig wird dennoch nicht zu Methoden wie Kopfprämien gegriffen.

Die Erfahrungen mit Prämien scheinen zum Teil gut zu sein. In mehreren Fällen sei dies schon so gehandhabt worden, sagt KinderArt-Geschäftsführer Gerhard S. Jaeger. Er hält die „Mund-zu-Mund-Propaganda“ für einen guten Weg, geeignete Mitarbeiter zu finden.

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