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Landrat Karl Roth hält wenig von Arbeitsverboten für Flüchtlinge.

Asyl

Roth kritisiert Flüchtlingspolitik der Landesregierung

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Landrat Karl Roth sieht die verschärfte Asylpolitik der bayerischen Staatsregierung kritisch – und lobt gleichzeitig die Anstrengungen von Landkreis, Kommunen, Wirtschaft und Helferkreisen, Flüchtlingen eine Job-Perspektive zu bieten.

Landkreis – Wie berichtet, hat das Innenministerium die Ausländerbehörden per Erlass angewiesen, Arbeitserlaubnisse nur noch für solche Flüchtlinge zu erteilen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in Deutschland bleiben dürfen. Darunter fallen Asylbewerber aus Afghanistan zum Beispiel nicht. Und spätestens da wird’s für Roth problematisch. Denn von den aktuell 1800 Flüchtlingen im Landkreis stammen 800 aus dem Land am Hindukusch. Soll er ihnen die Arbeit verweigern?

„Mir ist es doch viel lieber, die Menschen lernen Deutsch, haben eine Beschäftigung und tragen ihren Teil zu ihrem Lebensunterhalt bei“, sagt Roth und erklärt, in jedem Einzelfall den Ermessensspielraum „mit Augenmaß“ auszureizen. Wer über gültige Papiere verfüge, nicht straffällig geworden sei, Engagement zeige und sich nichts zu Schulden habe kommen lassen – dem will er auch weiterhin eine Chance geben.

Dabei gehe es ihm auch um den sozialen Frieden im Landkreis und darum, die vielen engagierten Helferkreise bei der Stange zu halten. „Das ist mir sehr wichtig.“ Auch in Tutzing hatten Hunderte gegen die Neuregelung protestiert. Den Beitrag lesen Sie hier.

Große Erfolge bei Vermittlung von Flüchtlingen in Jobs und Qualifizierungen

Dass das Konzept offenbar aufgeht, dafür hatte Roth bereits vorige Woche beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Starnberg die entsprechenden Zahlen präsentiert: 300 Arbeitsverhältnisse, 150 Praktika und 300 Fördermaßnahmen würden aktuell laufen.

Mehr als die Hälfte der erwachsenen Flüchtlinge geht demnach also einer Beschäftigung oder einer Weiterbildung nach. „Was für ein Potenzial“, sagte Roth vor 250 geladenen Gästen und garnierte die Zwischenbilanz mit einem Dank an die Unternehmer. „Integration geht nur über Bildung und Arbeitsplatz.“

Um die Abschiebe-Problematik zu entschärfen, sei es wichtiger, die Asylverfahren zu beschleunigen. Am liebsten binnen vier bis acht Wochen solle entschieden werden, ob ein Flüchtling in Deutschland bleiben darf oder nicht, fordert Roth. Aktuell warten rund 1000 Asylbewerber im Landkreis noch auf ihren Bescheid.

gwt organisiert Treff von Flüchtlingen und Unternehmen

Unterstützung bei diesem Kurs gibt es von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung (gwt). Für den 17. Februar organisiert sie ein Treffen für Arbeitgeber von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen. Der Termin von 9 bis 11 Uhr soll ein Erfahrungsaustausch sein und steht Betrieben aller Branchen offen, heißt es in einer Erklärung von gestern. Darüber hinaus wird Beratung angeboten.

Mit an Bord ist auch Dirk Diebel, der Leiter der Agentur für Arbeit in Starnberg. Er will Fragen zur aktuellen Situation im Landkreis beantworten und individuelle Tipps geben. Der Termin richtet sich ausschließlich an Arbeitgeber. Anmeldungen sind bis spätestens 10. Februar per Mail an tewes@gfw-starnberg.de dringend erforderlich.

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