Beim Schildvortrieb fräsen extrem teure, aber auch hocheffiziente Maschinen – wie vom Hersteller Herrenknecht mit einem Durchmesser von rund 15 Meter – mit einem mit Hartmetallzähnen bestückten, runden Schneidwerkzeug den Tunnel in den Untergrund. Solche Geräte sind auch beim Bau von Alpentunneln im Einsatz. Foto: Herrenknecht

Starnberger Tunnel: Bohren oder wühlen?

Starnberg - Wenn der Starnberger Tunnel gebaut wird, wird in jedem Fall wenig zu sehen sein - auch wenn das konkrete Bauverfahren noch nicht feststeht. Die Frage ist: Bohren oder wühlen?

Die Probebohrungen dieses Sommers dienten nicht nur der Erkundung des Untergrunds, sondern helfen auch festzulegen, mit welchem Bauverfahren der B2-Tunnel am besten gebaut wird. Zur Wahl stehen laut Günther Grafwallner, Chef des Staatlichen Bauamts, Schild- oder der Spritzbetonvortrieb. Beide Verfahren spielen sich unter der Erde ab, unterscheiden sich aber in einem wesentlichen Punkt: Beim Schildvortrieb kann problemlos im Grundwasser gearbeitet werden, der Spritzbetonvortrieb ist ohne Zusatzmaßnahmen (zum Beispiel Druckluft) nur ober- oder unterhalb des Grundwasserspiegels einsetzbar.

Unterschiede gibt es auch bei den Kosten. „Wir wollen ein vernünftiges Konzept, das kostengünstig ist sowie für die Oberfläche und das Grundwasser keine Nachteile hat“, sagte Grafwallner. So dürfe es keinen Aufstau des Georgenbaches geben, genauso wenig aber könne man der Fischzucht an der Weilheimer Straße das Wasser abgraben. Bis Mitte 2010 will man entscheiden.

Beim Schildvortrieb fräsen gigantische Maschinen mit einem mit Hartmetallzähnen bestückten, runden Schneidwerkzeug den Tunnel in den Untergrund - rund 15 Meter müsste die Maschine für den Starnberger Tunnel groß sein. Beim Spritzbetonvortrieb erfolgt der Ausbruch je nach Art des Baugrunds mit Hämmern, Baggern oder Reißzähnen. Die geschaffenen Hohlräume werden durch Aufbringen von Spritzbeton an den Wänden gesichert. Angewendet wurde das Verfahren beim Tunnel in Farchant oder bei der U-Bahn nach Garching.

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