Startschuss für Umgehung

Gilching - Zwar dauert es noch mindestens vier Jahre. Doch die Umgehungsstraße für Gilching scheint in trockenen Tüchern.

Voraussetzung, ein Planfeststellungsverfahren in punkto Umgehungsstraße Gilching einzuleiten, war unter anderem ein Verkehrsgutachten. Dazu fanden aufwändige Verkehrszählungen und rund 2000 Haushaltsbefragungen statt. 35 Prozent der Formulare kamen zurück. In der Ratssitzung am Dienstag stellte Gutachter Harald Kurzak die Ergebnisse vor. Zentrale Themen waren die Römerstraße, die am Ortsende in die Brucker Straße einmündet, und der Starnberger Weg. Kurzak stellte fest, dass das Verkehrsaufkommen seit 1997 nicht wesentlich zugenommen hat.

Errechnet wurde, dass die Römerstraße täglich bis zu 17 000, am Römerstein sind es gar bis zu 18 000 Fahrzeugbewegungen, die die Straße verkraften muss. Auf der Landsberger Straße und am Starnberger Weg wurden bis zu 12 000 gezählt. Davon werden auf der Römerstraße bis zu 900 Fahrbewegungen dem Schwerlastverkehr und bis zu 400 Fahrbewegungen dem Starnberger Weg zugerechnet. Was den innerörtlichen Verkehr angeht, räumte Kurzak zwar ein, dass die 1500 Fahrten auch, wie von den Grünen angeregt, per Fahrrad erledigt werden könnten. „Die Menschen tun dies aber nicht. Dieses Verkehrsverhalten lässt sich nur dann ändern, wenn man sämtliche Parkmöglichkeiten sperren würde.“

Kurzak sprach sich unmissverständlich für den Bau der seit Jahrzehnten geforderten Umgehung aus. „Sperrt man den Ort dann für sämtlichen Schwerlastverkehr, bringt dies eine große Erleichterung und eine deutliche Reduzierung des Lärms.“ Überrascht zeigte sich das Gremium, dass Kurzak statt des jahrelang favorisierten Kreisverkehrs eine Ampellösung für den Röchner-Knoten vorzieht. Am Röchner-Knoten bei Tankstelle und McDonalds soll künftig die Umgehung einmünden. „Der Kreisel erzeugt zu Hauptverkehrszeiten einen Rückstau bis in die Autobahn rein. Auch wenn er zweispurig gebaut wird, er ist nicht leistungsfähig.“ Würde der Verkehrsknotenpunkt an der Ausfahrt der Autobahn München-Lindau jedoch um 70 Meter versetzt und mit einer flexibel schaltbaren Signalanlage ausgestattet, signalisierte der Gutachter einen reibungslosen Ablauf.

„Wir brauchen die Umgehung schnellstmöglich. Das sind wir unseren Bürgern schuldig“, sagte Bürgermeister Manfred Walter. Bis jedoch das Planfeststellungsverfahren und mögliche Gerichtsverfahren abgeschlossen sind, vergehen mindestens vier Jahre. Auch wenn der Bau der Straße durch die Gemeinde mitfinanziert wird. Gegen die Grünen- und ödp-Fraktion wurde der Beschluss gefasst, das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung zu beantragen.

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