Auf Stimmenfang gegen Mobilfunkkonzept

Herrsching - Um Mobilfunkantennen aus dem Ort fernzuhalten, sollen in Herrsching wenige große Masten eine Versorgung gewährleisten. Rund um den Helconweiher formiert sich nun eine Bürgerinitiative.

Die Initiative geht von besorgten Anwohnern dieses Bereichs aus. Sie luden am Freitag zu einem ersten Treffen ein, zu dem 30 Interessierte kamen. Eingeladen war auch der Biowissenschaftler Dr. Ulrich Warnke von der Kompetenzinitiative „Ärzte und Mobilfunk“. Er bezeichne bis zu 40 Meter hohe Masten als rückständig, sagt Julia von Heinz, eine der Initiatorinnen. München gehe mit gutem Beispiel voran, dort hätten kleine, etwa auf Ampelanlagen installierte Antennen eine größere Wirkung mit viel weniger Gesundheitsgefährdung. „Der neue Mobilfunkmast am Helconweiher wäre eine zusätzliche Strahlenbelastung“, so Julia von Heinz. Die Initiative wolle aber nicht nur gegen diesen Standort, sondern gegen weitere hohe Masten in Herrsching generell kämpfen. „Der Bürgermeister hat mit uns gesprochen und uns ermutigt, das durchzuziehen“, sagt Julia von Heinz.

Wie berichtet, ist der Standort Helconweiher eine wichtige Stütze für das Mobilfunkkonzept, das in Herrsching erstellt wird. Insgesamt sind elf Standorte notwendig, um eine Versorgung, wie sie vom Gesetzgeber gefordert wird, zu gewährleisten. Ist dies nicht möglich, wäre der aufwändige Mobilfunkbebauungsplan, der seit 2003 in Arbeit ist, Makulatur. Angestoßen worden war dieses ehrgeizige Projekt als Christine Hollacher (BGH) noch Rathauschefin war. In einer E-Mail bat sie die Initiatoren deshalb, nicht vorschnell zu urteilen. Eine Mehrbelastung gebe es nur so lange, bis die Antennen im Ort abgebaut würden. Und sie merkte an, dass ein Mast am Helconweiher nur zehn Prozent der Belastung sei, der die Kinder aktuell in Kindergarten und Hort ausgesetzt seien. Ein Hinweis, der die Anwohner empört: „Es sind auch unsere Kinder, die dort in den Kindergarten gehen.“ Da bestehe kein Anlass, das eine mit dem anderen gegeneinander ausspielen zu wollen.

„Wir wollen eine starke Stimme sein und uns ins Verfahren einbringen“, so Julia von Heinz. Noch in dieser Woche soll begonnen werden, Unterschriften zu sammeln. Listen sollen dann auch in den Herrschinger Geschäften ausliegen.

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