Das Strandbad Feldafing liegt noch im Winterschlaf. Um die Regelung der Nutzungspreise wird schon wieder rege diskutiert. Foto: Jaksch

Strandbad schlägt auch im Winter hohe Wellen

Feldafing - In Feldafing schlagen die Preise des Strandbads erneut Wellen. Nach heftigem Streit im vorigen Jahr wird nun voraussichtlich die komplette Preisgestaltung überarbeitet.

Eine Neugestaltung der Gebührenordnung nach jahrelanger Konstanz im vorigen Jahr war gründlich schief gelaufen. Der mehrheitliche Gemeinderatsbeschluss sorgte für heftige Proteste von Kabinenmietern. Denn sie sollten plötzlich zusätzlich zur jährlichen Kabinenmiete, die von 35 auf 45 Euro heraufgesetzt wurde, für jede Person den normalen Eintrittspreis bezahlen - eine kräftige Verteuerung beispielsweise bei einer vierköpfigen Familie. Vorher hatten Kabinenmieter nämlich für ermäßigten Eintritt von 15 Euro je Person im Jahr Zugang zum Bad erhalten.

Als die Emotionen hoch schlugen, änderte Bürgermeister Bernhard Sontheim (Bürgerguppe) den Beschluss in Eigenregie: Kurz vor Saisonbeginn entschied er, dass lediglich Neukunden die höheren Kabinenpreise bezahlen mussten. Doch CSU-Gemeinderätin Ute Eiling­-Hütig wollte die Eigenmächtigkeit des Bürgermeisters nicht akzeptieren. Sie schaltete die Rechtsaufsicht beim Landratsamt ein - und die bewertete Sontheims Vorgehensweise als rechtswidrig. Im Jahr 2011 blieb die von ihm geänderte Regelung dennoch bestehen. Nun aber sollen offenbar keineswegs nur die Modalitäten für die Kabinen, sondern alle Preise überprüft werden.

Gemeinde-Geschäftsleiter Sebastian Ostenrieder rechnet mit einer „heißen Diskussion“. Denn schon wird befürchtet, dass Änderungen hier gleich wieder zu Ungerechtigkeiten dort führen könnte, dass zum Beispiel durch ein Entgegenkommen für Kabinenmieter wiederum andere Badbesucher benachteiligt werden könnten, beispielsweise Familien ohne Kabinen.

Noch ein weiterer Aspekt spielt eine Rolle: Unter Gemeinderäten kursiert die Formulierung, dass Kabinen gewissermaßen „vererbt“, also seit langem von ein und den selben Familien genutzt würden. Diese Praxis wird nicht zuletzt auf die früher günstigen Preise für Kabinenmieter zurückgeführt. Bei teurerer Kabinennutzung, vermutet Ostenrieder, werde sich der eine oder andere wohl überlegen, ob sich eine Kabine für ihn noch lohne. Deshalb werde in der Folge vielleicht doch die eine oder andere Kabine „auf den Markt kommen“.

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