Sumpf im Seewinkel

Herrsching - Seit mehr als drei Jahren diskutieren die Herrschinger Gemeinderäte nun schon über die Zukunft ihrers Grundstückes am Ammerseeufer, genannt Seewinkel. Soll es bleiben was es ist, ein Badeplatz mit Saisonbetrieb? Oder soll ein Ganzjahresbetrieb auf dem begehrten Fleckchen Erde gebaut werden?

Letzteres war der ursprüngliche Plan, bis ein Aufschrei der Stammgäste die Ratsrunde erschütterte und sich schließlich eine Initiative "Freunde des Seewinkels" bildete. Nach Jahren intensiver Diskussion, der ein Jahr Stillstand folgte, wurden die bisher gefassten Beschlüsse (32) nun mit den Wünschen der Bürgerinitiative soweit auf einen Nenner gebracht.

Seit das Thema Seewinkel auf Tagesordnungen der Gemeinderatssitzungen in Herrsching steht, ein möglicher Pächterwechsel zu "befürchten" ist und ein komplett neues, weniger improvisiertes Konzept als bisher verfolgt wird, ist das Publikumsinteresse riesig. Auch Montagabend war kein Sitzplatz mehr frei im Sitzungssaal, zum Teil stehend verfolgten die Zuhörer die Diskussion, die gerade so eben nicht aus den Bahnen lief.

Josef Heiss (FBU) flehte um eine Ende dieses Chaos', "es ist genug Sumpf in der ganzen Geschichte. Wir wollen doch die Leute nicht wieder umsonst nach Hause gehen lassen." Was am Anfang nicht so ausschaute, schafften die anwesenden 20 Räte schließlich doch: die alten Beschlüsse wurden mit den neuen Wünschen der Seewinkel-Freunde abgeglichen, so dass der Planer anfangen kann. Allerdings bei Null, wie Baureferent Willi Welte beißend bemerkte. Immerhin liegt der Anfang Diskussion mittlerweile drei Jahre zurück. Ausgelöst damals durch einen anstehenden Pächterwechsel.

Welte hatte zur Sitzung eine Planung vorgelegt, die weitesgehend die Forderungen der Initiative berücksichtigte, allerdings nicht in wesentlichen Punkten wie Gebäude-Situierung. Er musste seinen Antrag dazu zurückziehen, weil er nach Ende der Abstimmung Makulatur war.

Wenig Begeisterung für das Vorgehen fand Architekt Uwe König: "Ich bin mehr als aufgelaufen." Aber König hat darüber hinaus an einem "Kommunikationsproblem mit der Rathausspitze" zu knabbern, wie es Robert Brack (CSU) vorsichtig formulierte. Ein Streit, den Bürgermeisterin Christine Hollacher und König sich anstellten, öffentlich auszutragen, dann aber im Sinne der Sache - zumindest vorerst - doch davon abließen.

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