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So schön ist das Fünfseenland - und die Vermarktung desselben wird neu organisiert.

gfw und Tourismusverband

Erst Auflösung, dann für alle Kommunen offen

Landkreis - Im Tourismus deutet sich eine Erweiterung der Zusammenarbeit über die Landkreisgrenzen hinaus an. Rechtliche Änderungen im Zuge der geplanten Neustrukturierung ebnen dafür den Weg.

Eine lange Tradition endet. Der Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land soll wie berichtet zum 1. Januar 2017 aufgelöst und in eine neue Regionalentwicklungsgesellschaft Landkreis Starnberg mbH integriert werden. Diese wiederum soll die Nachfolge der für den Landkreis zuständigen Wirtschaftsfördergesellschaft gfw antreten. 

Ein tiefer Einschnitt: Der Tourismusverband ist viel älter als die gfw. Aber damit wird nicht die touristische Zusammenarbeit aufgegeben. Ganz im Gegenteil gibt es Hinweise darauf, dass sie eher noch erweitert wird.

Juristen haben eine Lösung gefunden: Dienstleistungen

Rechtliche Änderungen scheinen dies besser zu ermöglichen als die bisherige Struktur. Während die von Kreis, Kommunen und Unternehmen getragene gfw ganz auf den Landkreis Starnberg zugeschnitten ist, haben zum Tourismusverband neben Kommunen aus dem Landkreis Starnberg auch bisher schon vier Gemeinden aus anderen Landkreisen gehört. Doch so ein kommunaler Zweckverband stößt im wahrsten Sinn des Wortes an Grenzen. Eine Gesellschaft mit privater Rechtsform kann freier agieren.

Bei der Wirtschaftsförderung sind regionale Ausdehnungen nicht so einfach: Da pochen die einzelnen Landkreise auf ihre eigenen Zuständigkeiten. Für den Tourismus aber scheinen die Juristen Wege für eine zunehmende Zusammenarbeit über die Landkreisgrenzen hinaus gefunden zu haben: mit Dienstleistungsverträgen.

Landrat Roth überzeugt: Auch andere Landkreise könnten profitieren

Offenbar zeigen auch schon andere Kommunen Interesse, solche Dienstleistungen zu nutzen, wie Bernhard Sontheim, der Vorsitzende des Tourismusverbands, auf Nachfrage andeutete. Namen nennen wollte er noch nicht, bekräftigte aber: „Wir sind für neue Kommunen offen.“ 

Er kann sich eine gemeinsame Vermarktung aller möglichen touristischen Angebote vorstellen – vom Gastgeberverzeichnis über den Kartenvorverkauf bis zu unterschiedlichsten Aktionen. Starnbergs Landrat Karl Roth hat bei einer Versammlung des Tourismusverbands sogar die Auffassung vertreten, dass der im Landkreis Starnberg eingeleitete Markenbildungsprozess auch Gemeinden aus anderen Landkreisen nutzen könne.

Viel teurer als gfw? "Rein populistische Äußerungen"

Die Neustrukturierung von gfw und Tourismusverband hat Sontheim vor allem mit einer Annäherung der Aufgaben begründet. Angesichts der im Starnberger Kreistag erhobenen Vorwürfe, der Tourismusverband sei viel teurer als die gfw, blieb der Feldafinger Rathauschef gelassen. 

Das seien „rein populistische Äußerungen“. Der Tourismusverband habe „nie Geld rausgeschmissen“. Und Projekte wie das – inzwischen eingestellte – Internetportal „Kulturwelle5“ seien von der Verbandsversammlung genehmigt gewesen.

Von Lorenz Goslich

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