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Der Turm spaltet die Meinung

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Andechs - Andechs' Ortsplanerin Vera Winzinger findet die Hundertwasser-Idee der Molkerei Scheizt gar nicht schlecht - wenn nicht der Turm wäre.

Vermutlich niemand hat sich so intensiv mit der Gestaltung von Andechs und seinen Ortsteilen befasst wie Vera Winzinger. Die Architektin aus Dießen wurde vor zehn Jahren mit der Rahmenplanung betraut, die mit großem Aufwand betrieben nach etwa vier Jahren abgeschlossen wurde. An jeder Straßenecke ist sie sehr behutsam vorgegangen, um Entwicklungen zuzulassen, die die Ortsteile nicht zu Schlaforten verkommen lassen, aber trotzdem den landwirtschaftlich geprägten, dörflichen Charakter zu erhalten. Bis heute ist die Planerin regelmäßiger Gast in den Andechser Gemeinderatssitzungen, vor allem wenn es um delikate Bauvorhaben geht. Und freilich verfolgt auch Vera Winzinger aufmerksam die Pläne der Molkerei, denn an der jüngsten Fortschreibung des Bebauungsplans war sie maßgeblich beteiligt.

Die Hundertwasser-Pläne zu beurteilen, fällt ihr nicht leicht. Als Rahmenplanerin betrachtet sie die Situation aber durchaus differenziert. „Was wirklich schwierig ist, ist der Turm“, meint sie. Das Hügelhaus dagegen runde ihrer Ansicht nach den Bereich am Kerschlacher Weg sogar ab. „Weil es ja auch bepflanzt wird“, sagt sie. Damit setze sich die benachbarte Streuobstwiese auf dem Dach fort. Darüber hinaus schaffe das Gebäude auch einen gewissen Schutz für das Wohngebiet vor der Molkerei. „Das Gebäude müsste eigentlich eine Verbesserung bringen“, glaubt Vera Winzinger, „es könnte sogar einen positiven Effekt haben.“

Im Idealfall, so die Planerin aus Dießen, würden Klosterbesucher nach dem Besuch des Heiligen Bergs zu Fuß zur Molkerei wandern. Die Betonung liege dabei jedoch auf „zu Fuß“. Denn nur das würde den Ort beleben, insbesondere die Andechser Straße vom Kloster bis zur Pfarrkirche St. Vitus. Dann könne sich möglicherweise auch der auch der ein oder andere Laden ansiedeln. Das sei wünschenswert, wenn nicht sogar „fantastisch“.

Wenn da nicht der Turm wäre. „Das ist wirklich schwierig, weil wir in Andechs die besondere Situation mit dem Kloster haben“, sagt Vera Winzinger. Aber wie berichtet, ausgerechnet der Turm hat bereits die Zustimmung des Ratsgremiums gefunden, das Hügelhaus dagegen nicht.

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