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Symbolbild

Gymnasien im Landkreis

Schulleiter bereit für Umstellung auf G9

Ist das achtjährige Gymnasium ein Auslaufmodell? Vieles spricht dafür, dass Bayern zum G 9 zurückkehrt. Auch wenn die Entscheidung dazu erst im März fällt. Die Mehrheit der Schulleiter im Landkreis ist erleichtert, obwohl noch viele Fragen offen sind.

Landkreis – Sylke Wischnevsky wurde von der Meldung, dass das G 9 womöglich schon zu Beginn des kommenden Schuljahrs seine Renaissance erfährt, kalt erwischt: „Es wäre ein Kraftakt, von heute auf morgen das System zu ändern“, meint die Direktorin des Otto-von-Taube-Gymnasiums in Gauting. Doch es sieht schwer nach dem Systemwechsel aus. Wie der Merkur vergangene Woche aus Regierungskreisen erfuhr, könnten schon ab Herbst die neuen Fünftklässler in den Genuss der neunjährigen Gymnasialzeit kommen, während die Klassen darüber weiter den G 8-Lehrplan büffeln. In sieben Jahren wäre er dann Geschichte.

Während die Gautinger Schulleiterin zunächst abwarten will, sich aber schon um Intensivierungsstunden und Hochbegabten-Klasse sorgt, macht sich bei ihren Kollegen im Landkreis Erleichterung breit: „Wir können jederzeit in der 5. Klasse mit dem G 9 anfangen“, sagt zum Beispiel Martin Liebl, Leiter des Landschulheims Kempfenhausen. Er weiß vor allem den Elternbeirat hinter sich: „Er hat sich zu 100 Prozent für das G 9 ausgesprochen.“ In dem von Wischnevsky angeführten „Knackpunkt Räumlichkeiten“ sieht Liebl keinen Hinderungsgrund: „Jede Schule hat versteckte Kapazitäten“, meint er.

Gymnasium Gilching blickt Umstellung gelassen entgegen

Auch im Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasium blicken die Verantwortlichen gelassen auf die erwartete Entscheidung zum G 9. Ministerpräsident Horst Seehofer möchte sie bekanntlich an einem Runden Tisch mit Kultusminister Ludwig Spaenle, dem Philologenverband und anderen Bildungslobbyisten fällen. „Für uns ist das G 9 machbar, aber es bleiben eine Reihe von Fragen“, sagt der Gilchinger Schulleiter Peter Meyer. „Bleibt die 5. Klasse unverändert?“, stellt Meyer eine davon und verweist auf den im vergangenen Jahr für das G 8 neu aufgestellten „Lehrplan plus“. Er soll bekanntlich ab dem kommenden Schuljahr in den fünften Klassen gelten. „Die Bücher werden bereits gedruckt“, weiß der Gilchinger Direktor. Raumprobleme für ein G 9 sieht indes auch er keine. Und das trotz der jetzt schon ansehnlichen Schülerzahl von 1320 im Christoph-Probst-Gymnasium. An Personal für sie mangelt es nach Meinung Meyers ebenfalls nicht. Im Gegenteil: „Der Überhang gut qualifizierter Lehrer ist groß“, weiß der Schulleiter. Von der Politik erhofft er sich jetzt vor allem eines zu G 8 oder G 9: „Ich wäre dankbar für eine ganz klare Ansage.“

Starnberg: „Eigentlich weiß man gar nichts“

Auf die wartet Josef Parsch genauso gespannt, denn „eigentlich weiß man noch gar nichts“, klagt der Direktor des Gymnasiums Starnberg. Er macht aber klar: „Starnberg ist für alles gewappnet.“ Froh ist Parsch darüber, dass die Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9 offensichtlich endgültig vom Tisch zu sein scheint. „Beides an einer Schule ist nicht darstellbar“, findet er. Und es komme überdies zu keiner „Konkurrenzsituation“ zwischen den Gymnasien, wenn alle das Gleiche anbieten.

Der Schulleiter des Tutzinger Gymnasiums, Bruno Habersetzer, sieht es genauso. Auch er ist erleichtert, bald Planungssicherheit zu haben. Und das am liebsten schon vor dem 15. März. An diesem Tag begrüßt der Direktor Eltern und Kinder der künftigen fünften Klassen zu einem Informationsabend in Tutzing. „Wir könnten ihnen dann sagen, wie die Sachlage ist.“ Die Umsetzung des G 9 hält Habersetzer für „unproblematisch“. Schließlich sei die Schule ursprünglich ja auch für das G 9 ausgelegt gewesen.

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