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Auch wenn es schwer fällt: Merkur-Mitarbeiterin Maren Knödl will in den kommenden Wochen auf Süßigkeiten verzichten. Dabei lauert die Verlockung überall... 

Fastenzeit

Und was fasten Sie?

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Der letzte Krapfen ist gegessen, der letzte Piccolo geleert. Aschermittwoch, Zeit des Innehaltens, der Mäßigung und des Fastens. Doch wie halten es die Bewohner des Landkreises Starnberg mit dem Verzicht während der Fastentage?

Landkreis– Die tollen Tage sind vorbei, ab sofort wird bis Donnerstag, 29. März, gefastet. 40 Tage lang bereiten sich die Gläubigen der christlichen Kirchen damit auf das christliche Hochfest Ostern vor. Doch auch wer nicht regelmäßig zum Gottesdienst geht, übt sich oftmals in dieser Zeit in Verzicht – aus Rücksicht auf die eigene Gesundheit oder um die Dinge, die uns oftmals selbstverständlich sind, wieder intensiver wertschätzen zu können.

Evangelischer Pfarrer: Erdnussflips gefastet

Natürlich fastet auch der evangelischen Pfarrer Dr. Stefan Koch aus Starnberg : „Ich verzichte dieses Jahr auf Kaffee, Alkohol und Süßigkeiten. Für mich hat das allerdings nicht unbedingt religiöse Gründe, sondern eher persönliche.“ Die Fastenzeit sei eine Möglichkeit, Gewohnheiten zunächst zu erkennen und dann zu durchbrechen, sagt Koch. So lerne man in diesen 40 Tagen wieder aufmerksamer zu sein und sich über sein Verhalten bewusst zu werden. 

„Ich finde es hilfreich sich so selber zu überprüfen und Dinge zu reflektieren. Wie bei einem Umzug kann man so schauen, was man noch braucht und was eigentlich auch weg kann.“ So mancher Verzicht verfestige sich anschließend sogar: „Im vorletzten Jahr habe ich Erdnussflips gefastet. Die habe ich seitdem nicht mehr gegessen, weil ich gemerkt habe, dass ich sie nicht brauche.“

Katholischer Pfarrer: „Es geht um Freiheit und Freude“

Auch sein katholischer Kollege Dr. Andreas Jall verzichtet in der Fastenzeit auf Alkohol: „In diesem Jahr faste ich Alkohol und Tabak. Ich rauche zwar auch so nur ganz selten zum Genuss, aber eine Zigarette nach einem gelungenen Gottesdienst genehmige ich mir ab und an.“ Fasten sei für ihn ein Weg in die Freiheit, weniger religiös als persönlich. 

Es bedeute, sich freizumachen von Gewohnheiten. Dinge, die sonst zugeschüttet sind kommen wieder an die Oberfläche. „Wie Nietzsche schon sagte, ist die Mutter der Ausschweifung nicht die Freude, sondern die Freudlosigkeit“, so der katholische Pfarrer und ergänzt: „Das ist für mich der zentrale Aspekt des Fastens. Es geht um Freiheit und Freude. Und das erste Glas Weißwein an Ostern ist dann natürlich auch eine große Freude.“

Peter Maffay: „Ich faste nicht“

Ellen Schwiers (87), Film-und Bühnenschauspielerin verzichtet heuer auf alles, „was ich in der Weihnachtszeit eher im Überfluss gegessen habe. Dazu gehören Kekse, Schokolade, eigentlich alles Süße. In der ruhigen Weihnachtszeit speichert man mangels Bewegung mehr Kalorien als sonst. Auf Fleisch allerdings muss ich nicht verzichten, denn ich esse nichts von toten Tieren.“

Peter Maffay, Superstar aus Tutzing, ist jemand, der das ganze Jahr über Maß hält: „Ich faste nicht, weil ich immer sehr auf meine Ernährung achte. Mir ist wichtig, Maß zu halten. Dennoch finde ich es gut, wenn Menschen die Fastenzeit zum Anlass nehmen, sich gesünder zu ernähren als sonst“, sagt er dem Starnberger Merkur.

Auf die Leberkassemmel zwischendurch verzichten

Auf Bier kann Braumeister Sven Leindl vom Starnberger Brauhaus in Höhenrain auch in der Fastenzeit freilich nicht verzichten. „Das Bier, das man herstellt, muss man auch verkosten“, sagt er. Mit dem Starnberger Seenator habe man aber ein optimales Fastenbier in den eigenen Reihen: 7,5 Prozent Alkohol, hochkalorisch. Der dunkle Doppelbock soll für Ausgleich sorgen, wenn Menschen auf andere Lebensmittel verzichten. „Das, was man in der Fastenzeit braucht“, sagt Leindl. Der Braumeister selbst stellt zur Fastenzeit seine Lebensweise um. „Zwischen den Schichten reicht es oft nur für eine Leberkassemmel. In der Fastenzeit möchte ich mehr auf meine Gesundheit achten, in der Mittagspause zur Ruhe kommen und mir was Warmes machen.“

Auch Maximilian Moser kann aus beruflichen Gründen nicht fasten. Der Sternekoch und Küchenchef des Aubergine im Hotel Vier Jahreszeiten in Starnberg sagt: „Es ist berufsbedingt bei mir relativ schwer, in der Fastenzeit auf Etwas zu verzichten. Ich muss, beziehungsweise darf viel Probieren und Abschmecken.“ Aber in der Fastenzeit würde sich Moser sowieso nicht anders verhalten – der Sternekoch versucht, das ganze Jahr über auf seine Ernährung zu achten. „Ich versuche, wenig Zucker zu essen, trinke wenig Alkohol und achte beim Einkauf extrem auf die Herkunft der Lebensmittel“, sagt Moser. Andere versuchen das fürs Erste in der Fastenzeit.

Von mak, mül, ser, set

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