Arbeiten gemeinsam am neuen Ungarntor (v.l.): Architekt Helmut Rampelmann, Stiftungsvorsitzender Ralf Kirberg, Restauratorin Beata Smigla-Nowak, Restaurator Franz Sailer und Holzbildhauer Florian Härtle. Foto: jaksch

Ungarntor in neuem Glanz

Berg - „Diese Arbeit ist nichts Alltägliches“, sagt Florian Härtle. Der Holzbildhauermeister gehört zu dem Team der Zimmerei Sailer, die das Ungarntor aus Ambach seit Oktober 2009 restauriert.

Das 5,14 Meter hohe und etwa fünf Meter breite Originaltor aus Kiefernholz stand laut Inschrift seit 1894 in Ambach. Im Herbst 2008 musste es wegen Einsturzgefahr abgebaut werden.

„Ungarische Tore sind für das Wetter hier nicht geeignet“, sagt Helmut Rampelmann, Architekt des Projekts. „Das Wasser darf nicht auf dem Holz stehen bleiben.“ Bei der Restauration wurde dies berücksichtigt. Maße und Muster wurden genau vom Original übernommen. Die Schnitzereien wurden durch abgeschrägte Kanten und flachere Rundungen minimal verändert. „So kann das Wasser besser ablaufen, und das Holz wird weniger beschädigt“, erklärt Restaurator Franz Sailer.

Die Farben des Tores werden ebenfalls originalgetreu von der Gemälderestauratorin Beata Smigla-Nowak aus Pöcking übernommen. Lediglich die Holzkonstruktion wurde geändert. Das neue Tor besteht aus mehreren Bauteilen, sodass bei anfallenden Renovierungsarbeiten nur ein Teil des Tores demontiert werden muss. „Mitte April soll das Tor fertig sein“, hofft Architekt Rampelmann.

Knapp 65 000 Euro kostet die Restauration. Den größten Teil der Kosten übernimmt die Waldemar-Bonsels-Stiftung in Pöcking. Auch das Landesdenkmalamt, die Regierung von Oberbayern und der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unterstützen das Projekt.

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