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Blockiert: Die Seeuferstraße war am Mittwoch wegen mehrerer umgestürzter Bäume gesperrt.

Newsticker zum Unwetter

Bahnstrecke frei: S6 fährt wieder

Schwere Unwetter sind am Dienstagabend über den Landkreis Starnberg hinweggezogen. Die Feuerwehren rückten zu mehr als 150 Einsätzen aus. Alle Entwicklungen im Newsticker.

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16.34 Uhr: Im Lauf der Woche wird es übrigens weiter gewittern. Der Deutsche Wetterdienst geht in einer Prognose davon aus, dass es jeden Tag zu neuen Gewittern kommen kann. Unwetter am Donnerstag sind eher unwahrscheinlich, Zum Samstag hin steigt die Gefahr wieder an, ab Sonntag nimmt sie wieder ab. Dann soll es ja auch kühler werden. 

15.19 Uhr: Die meisten Einsätze hatte beim Unwetter die Freiwillige Feuerwehr Starnberg zu bewältigen - rund 50. 20 waren es in Pöcking, 18 in Feldafing, 17 in Seefeld und je acht in Andechs und Herrsching. Die restlichen rund 40 verteilen sich auf die übrigen Gemeinden.

14.59 Uhr: Die S-Bahnen fahren wieder auf der S6 bis Tutzing, meldet die Bahn. Es könne aber noch zu Verzögerungen von bis zu 15 Minuten kommen.

14.30 Uhr: Die Kreisbrandinspektion hat eine detaillierte Auswertung der Unwettereinsätze vorgelegt. Demnach mussten 70 Keller ausgepumpt werden, bei 59 Einsätzen mussten Bäume beseitigt werden - vielfach gleich mehrere. Einsatzschwerpunkt war das nordwestliche Ufer des Starnberger Sees zwischen Feldafing und Starnberg. Die Zahl dürfte sich nach Einschätzung von Kreisbrandmeister Anton Graf noch ändern: „Die tatsächliche Zahl dürfte noch darüber liegen, da die Einsätze auch direkt bei den Feuerwehren gemeldet worden und erst nachträglich erfasst werden.“ Einige Feuerwehren waren am Mittwoch ab 6.30 Uhr wieder zu Aufräumarbeiten ausgerückt.

14 Uhr: 160 Einsätze fuhren die Feuerwehren im Landkreis Starnberg in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Diese Zahl nannte Kreisbrandrat Markus Reichart am Mittag. Das ist weniger als bei früheren Unwettern, etwa voriges Jahr in Herrsching. Dort waren Ende Juli 2016 in zwei Tagen rund 85 Liter Niederschlag je Quadratmeter gefallen und hatten Straßen und Häuser überschwemmt. Die Kreiseinsatzzentrale im Landratsamt, die nur bei schweren Unwettern besetzt wird, war bis nach 3 Uhr in Betrieb.

13.30 Uhr: Die S6 fährt immer noch nicht, und vor 15 Uhr wird sich das auch nicht ändern. Falls Sie sich mit anderen Fahrgästen darüber austauschen wollen, können Sie das in unseren Gruppen auf Facebook tun.

13.15 Uhr: Wind und Wasser haben für die Millionen-Schäden im Landkreis Starnberg geführt. An einer Messstelle in Rothenfeld bei Andechs wurden am Dienstagabend zwischen 20 und 22 Uhr fast 38 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Der meiste Regen fiel zwischen Andechs und Starnberg, aber auch in Gilching hat es ordentlich geschüttet. Die Pegel stiegen teils kräftig an - der Kienbach in Herrsching auf das Dreifache, die Würm hingegen nur mäßig. In Seefeld war am Abend der Mühlbach über seine Ufer getreten. Eine Hochwassergefahr ist deswegen nicht in Sicht, die Pegel fallen schnell. Bei Sturmböen erreichte der Wind Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. 

Feuerwehr gibt Tipps gegen Unwetter

13 Uhr: Diese Unwetter sind lange weitergezogen, das nächste kommt aber bestimmt. So kann es nach Einschätzung des Wetterdienstes Meteomedia schon heute wieder kräftig gewittern - in den Bergen ist es schon soweit. Die Freiwillige Feuerwehr Starnberg bietet auf ihrer Internetseite einen Flyer des Landesfeuerwehrverbandes zum Download an, in dem wichtige Hinweise zu Unwettern zu finden sind. 

12.35 Uhr: Die Polizei hat am Vormittag Details zu einem Unfall am Dienstagabend zwischen Machtlfing und Rothenfeld bekanntgegeben. Ein 36-jähriger Andechser war dort unterwegs. Aufgrund von starkem Regen und Sturm sei die Sicht stark beeinträchtigt gewesen, und er übersah zwei Bäume, welche über die Straße gefallen waren. Er kollidierte mit den übereinander, quer zur Fahrbahn liegenden Bäumen - woraufhin sein Auto abhob und einige Meter weiter auf der Fahrbahn zum Stehen kam. Das Fahrzeug war laut Polizei nicht mehr fahrbereit, die beiden Insassen blieben unverletzt.

12.20 Uhr: Die Unwetter am Dienstagabend erfassten nicht den kompletten Landkreis Starnberg. Sie zogen von Herrsching kommend über Andechs, Feldafing, Pöcking und Starnberg ab. In Berg regnete und stürmte es zwar auch, auch fiel ein Baum um, die Feuerwehr musste jedoch nicht ausrücken. Die Berger Wehr postete bei Facebook: „Viele unserer Kameraden-innen im Landkreis hatten eine sehr kurze Nacht. Hervorragende Leistung und Teamwork in den vergangenen Stunden am Westufer. Umso unglaublicher dass in unserem Einsatzgebiet, mehr oder minder in Sichtweite, kein einziger sturmbedingter Einsatz zu verzeichnen ist.“

S-Bahnen sollen ab 15 Uhr wieder bis Tutzing fahren

12.07 Uhr: Neues von der S-Bahn: Die aktuelle Prognose geht davon aus, dass die S6 zwischen Starnberg und Tutzing ab etwa 15 Uhr wieder fahren wird. Die Bahnen enden und starten in Starnberg. Die Bahn dazu: „Reisende zwischen Starnberg und Tutzing nutzen bitte die Regionalzüge, diese halten zusätzlich an allen Unterwegsbahnhöfen.“

12.04 Uhr: Die Seeuferstraße von Starnberg nach Possenhofen ist noch bis in den Nachmittag gesperrt. Der Grund ist derselbe wie anderswo: Die Straße wird von vielen umgestürzten Bäumen blockiert. Bis gegen 14 Uhr soll die Strecke wieder frei sein.

11.45 Uhr: Das Bayernwerk hatte in der Nacht reihenweise mit Stromausfällen zu kämpfen. In Dießen schlug ein Blitz in ein Umspannwerk, rund 9000 Haushalte am Ammersee-Westufer waren für mehr als eine Stunde oder länger ohne Strom. Schon früh am Abend war der Strom im östlichen Landkreis Starnberg ausgefallen: „Ab 20:40 Uhr kam es in Andechs, Tutzing, Feldafing, Starnberg und Pöcking bei rund 6000 Haushalten zu einer Unterbrechung der Versorgung. Binnen zwei Stunden konnten die meisten Haushalte wieder versorgt werden. Bei rund 1000 Haushalten dauerte die Wiederversorgung knapp vier Stunden. Gegen 1Uhr morgens konnte die betroffene Region wieder voll versorgt werden“, teilte das Unternehmen mit. Einige Haushalte im Bereich des Starnberger Stadtteiles Perchting allerdings hatten auch am Vormittag noch keine Elektrizität.

11.20 Uhr: Nach und nach wird das Außmaß der Schäden deutlich. In Widdersberg bei Herrsching sorgte der Sturm für ein Bild der Verwüstung. Mehrere Bäume stürzten um und fielen zum Teil auf Häuser. In einem Fall bohrte sich ein Ast ins Ehebett, das laut Herrschinger Polizei zum Glück leer war.

Chaos nach Unwetter in Starnberg: die Bilder

Die Erstmeldung

Starnberg/Andechs - In Andechs wehte es Bauzäune durch die Gegend, fast im ganzen Landkreis lagen Bäume auf der Straße, es blitzte und donnerte in einer Tour: Schwere Unwetter sorgen seit Dienstagabend für mehr als 150 Feuerwehreinsätze im Landkreis Starnberg.

Der Deutsche Wetterdienst hatte schon im Tagesverlauf vor schweren Unwetter mit Regen, Hagel und Sturm gewarnt, am Abend trafen sie ein. In mehreren Wellen zogen Gewitter von Südwesten über das Fünfseenland hinweg. Es regnete so stark, dass viele Straßen 20 und mehr Zentimeter unter Wasser standen und teilweise unpassierbar waren. 

Vermutlich mehr als 100 Bäume wurden durch Gewitterböen umgestürzt. Feldafing war zeitweise fast nicht mehr erreichbar: Die Straße von Wieling her war durch mehrere Bäume blockiert, ebenso die Seestraße bei Possenhofen. Auch die B2 war bei Traubing und in Starnberg durch Bäume blockiert. In Pöcking fiel fast im ganzen Ort der Strom aus, mehrere Autos am Lindenberg wurden unter Bäumen begraben. Bei Machtlfing prallte ein Auto gegen einen umgestürzten Baum. Verletzt wurde niemand.

Reihenweise liefen Keller voll, vor allem in Starnberg und Perchting, aber auch vielen anderen Orten. Bis nach Mitternacht waren Feuerwehren mit Pumpen beschäftigt oder mit sägen. Auch die Polizei hatten wegen mehrerer Unfälle alle Hände voll zu tun. Und das war nur der erste Überblick am Abend - das tatsächliche Ausmaß wird erst bei Tageslicht deutlich.

Die Feuerwehr Starnberg hatte allein rund 40 Einsätze - und ein Problem im eigenen Gerätehaus. Wie die Wehr mitteilte, stand das Gerätehaus zeitweise unter Wasser. Parallel zu den vielen Einsätzen mussten die Ehrenamtlichen auch in ihrem Zuhause Schäden vermeiden. 

Wegen mehrerer umgestürzter Bäume wurde der Bahnverkehr zwischen Gauting und Tutzing eingestellt. Es fuhren Busse und Taxis. Angaben zur Dauer der Sperrung konnte die Bahn am Abend noch nicht machen. Am Mittwochmorgen war die Strecke Starnberg-Tutzing nur eingleisig befahrbar, meldete die Bahn kurz nach 6 Uhr. Da auf dem südlichsten Stück der S6 keine S-Bahnen fuhren, hielten Regionalzüge an allen Bahnhofen. Es kam zu Verspätungen. Die Bahn geht davon aus, das die Behinderungen bis gegen 14 Uhr andauern werden.

Die Feuerwehr besetzt die Kreiseinsatzzentrale im Starnberger Landratsamt und koordinierte die Einsätze von dort. Kreisbrandrat Markus Reichart wertete weit nach Mitternacht die Einsätze aus - 154 waren es, mit 28 Feuerwehren wurden zwei Drittel aller Wehren im Landkreis im Lauf des Abends alarmiert. Auch das Starnberger THW war im Einsatz.

Am Abend fand auch eine Dampferfahrt als Teil des Fünf-Seen-Filmfestivals statt - und geriet mitten ins Unwetter. Das Schiff schaukelte, das Programm konnte aber wie geplant absolviert werden. 

Gegen Mitternacht zog ein zweites Gewitter heran, blieb aber ohne große Auswirkungen. Gegen 1 Uhr hob der DWD die Unwetterwarnungen auf - nun gilt wieder ein Hinweis auf Hitze am Mittwoch. Weiter nördlich gingen die Unwetter aber weiter. 

Mehr erfahren Sie auch in unserem Wetter-Ticker

ike/aj/grä/ty

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