So viel Platz und keiner sieht es

Gilching - Anders als bisher vermeldet, ist in der Hauptschule in Gilching nun doch Platz für zwei dringend benötigte Hortgruppen. Dabei war das Ergebnis lange offensichtlich.

Rund eine Million Euro Investitionskosten hat die Gemeinde Gilching dank des Nachhakens von Bürgermeister Manfred Walter gespart. Wie berichtet, besteht dringender Raumbedarf unter anderem für mindestens zwei Hortgruppen. Bisher hatte die Hauptschule signalisiert, dass dort jeder Raum benötigt werde und kein Platz für zusätzliche Nutzungen bestehe. Merkwürdig erschien dies insofern, als die Schule für 1000 Schüler konzipiert und erst vor wenigen Jahren räumlich aufgestockt worden war. Derzeit besuchen aber nicht einmal mehr 200 Schüler die Hauptschule.

Walter vereinbarte mit der Schulleiterin Margarete Richter einen Rundgang durchs Schulgebäude. „Dabei haben wir festgestellt, dass das gesamte Erdgeschoss abgezwackt werden kann und auch nicht mehr benötigt wird“, sagte Walter am Montag in der Bauausschusssitzung. Dies bedeutet, dass in der Schule, anders als vorher gedacht, zwei Hortgruppen eingerichtet werden können und die geplante Containerlösung an der Pollinger Straße ad acta gelegt werden kann. „Das Landratsamt war schon da und hat seine Zustimmung signalisiert“, sagte Walter.

Für den Bauausschuss war schwer nachvollziehbar, dass dieser Leerstand vorher nicht bemerkt worden war. „Es gibt zu denken, wenn wir nur durch Zufall erfahren, dass ein ganzes Erdgeschoss frei ist“, sagte Manfred Herz (CSU). „Es besteht deshalb dringender Handlungsbedarf. Möglich, dass weitere Kapazitäten frei sind, von denen wir nichts wissen. Diese zufällige Entdeckung hat uns immerhin eine Investition in siebenstelliger Höhe erspart.“

Dorothea Heutelbach (CSU) erinnerte an das von ihr immer wieder geforderte Raummanagement und meinte: „Es kann doch nicht überraschend sein, wenn in einer Schule, die für 1000 Schüler vorgesehen ist und von nicht einmal 200 besucht wird, Platz da sein muss. Es ist nun jeder Gemeinderat zum Mitdenken aufgefordert. Die Schulen sind Gemeindeeigentum, mit dem sorgfältig umgegangen werden muss.“ Heutelbach berichtete außerdem von einem ähnlichen Vorgehen bezüglich der Mittagsbetreuung in der Arnoldus-Grundschule.

Walter warb um Verständnis dafür, dass jeder Schulleiter für seine Schule kämpft. „Es gibt aber Grenzen, die eingehalten werden müssen.“ Des Weiteren signalisierte er, dass die Verwaltung gerade dabei ist, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für kommunale Einrichtungen anzustellen. „Das geht aber nicht von heute auf morgen. Wir müssen es Schritt für Schritt anpacken.“

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