Eine einzelne Stockente wurde positiv auf Vogelgrippe getestet. Schutzmaßnahmen sind nicht nötig.
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Eine einzelne Stockente wurde positiv auf Vogelgrippe getestet. Schutzmaßnahmen sind nicht nötig.

Vogelgrippe: Erster Fall am Starnberger See

Starnberg - Virus im Wildvogel: Bei einer Stockente vom Starnberger See ist der hoch gefährliche Vogelgrippe-Erreger H5N1 festgestellt worden. Es ist der erste Fall in Bayern seit fast eineinhalb Jahren.

Die Europäische Union (EU) hat ein so genanntes Monitoring-Programm veranlasst, sozusagen eine flächendeckende Untersuchung von Wildvögeln. Im Zuge dessen waren im Januar bei Possenhofen am Starnberger See 35 Stockenten und vier Kanadagänse geschossen worden. Die nachfolgenden Untersuchungen ergaben, dass eine Stockente mit dem als hoch gefährlich eingestuften Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert war, gaben Landkreis Starnberg und EU am Dienstagabend bekannt. Das Tier zeigte zu diesem Zeitpunkt jedoch keine Krankheitssymptome. Es handelt sich um den ersten Nachweis von Vogelgrippe im Landkreis Starnberg überhaupt, den ersten in diesem Jahr in Europa und den ersten in Bayern seit September 2007.

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Die Tests der geschossenen Tiere vom Starnberger See dauerten bis 6. März. Erst an diesem Tag stand fest, dass es sich um den H5N1-Virus handelt. Normalerweise setzt der Nachweis eine Reihe von Maßnahmen wie Sperr- und Beobachtungszonen in Kraft, auf die die Behörden von Landkreis Starnberg, Freistaat Bayern, Bund und EU in diesem Fall jedoch verzichteten. Nach Angaben von Stefan Diebl, Sprecher des Landratsamtes Starnberg, liegen keine Hinweise vor, dass sich der Virus in den vergangenen Wochen auf Geflügelbestände oder über diese hinaus verbreitet habe. Angesichts der langen Zeit seit Abschuss der Ente haben Sperrzonen auch keinen Sinn mehr. Somit bleibt der Fund für Landwirte und Geflügelhalter im Fünfseenland folgenlos.

Einzel- oder Zufallsfund

Für die Experten aus dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, dem Umweltministerium und den zuständigen Stellen in Bund und EU kam der Fund Diebl zufolge nicht überraschend. Wildvögel seien von Haus Virenträger, nicht nur für Vogelgrippe, sondern auch für eine ganze Reihe anderer Krankheiten. Im Zuge weiterer Untersuchungen von Wildvögel rechnen die Behörden mit weiteren Feststellungen. Der Fall aus Starnberg jedoch bereitet wenig Kopfzerbrechen: „Der positive Virenbefund stellt daher einen Einzel- oder Zufallsfund dar“, erklärte der Sprecher. Von seit 2006 aus dem Landkreis Starnberg untersuchten rund 470 Tieren war nur die eine Ente infiziert. Untersuchungen in den vergangenen Tagen ergaben keine weiteren Verdachtsfälle.

Dennoch appelliert das Landratsamt an die Bevölkerung, beim Fund von toten Wasservögeln die Behörden zu informieren: (08151) 14 83 83. Antworten zu Fragen rund um die Vogelgrippe sind auf der Homepage des Landratsamtes Starnberg zu finden oder gibt der BürgerService im Landratsamt Starnberg montags bis donnerstags von 7 bis 18 Uhr und freitags von 7 bis 16 Uhr unter Telefon (08151) 1 48 66.

In Bayern ist die Zahl der Vogelgrippe-Fälle seit dem ersten Auftreten der auch Geflügelpest genannten Seuche im Januar 2006 damit auf 232 gestiegen. Mehr als die Hälfte davon war Hausgeflügel. 2007 hatte es in Nordbayern deswegen massive Probleme gegeben. Im Großraum München wurde seit 2006 bei etwa zehn Tieren der Erreger nachgewiesen.

Weitere Daten und Informationen zu Untersuchungen, Verhalten beim Auffinden toter Vögel und allgemein zur Vogelgrippe gibt es auf den Seiten des Umweltministeriums und des Landesamtes.

ike

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