Was wächst wo und wieviel?

Stegen - "Internetflora Ammersee" ist ein neues Projekt, bei dem Laien viel über die Natur lernen und dann helfen können, die Flora-Datenbank zu aktualisieren. Ein Projekt, dass der Landesbund für Vogelschutz durchführt, um Menschen für die Natur zu sensibilisieren.

30 Regionen sind in Deutschland gesichtet worden, ausgewählt wurde der Ammersee. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) startet diesen Sommer eine Mitmachaktion im Internet. „Internetflora Ammersee“ soll sie heißen, sie ist Teil eines Projekts, das vom Bundesamt für Naturschutz und vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert wird. Ammersee-Gebietsbetreuer Christian Niederbichler hatte die Idee dazu im Rahmen des so genannten Hotspot-Projektes entwickelt. Ein übergeordnetes Naturschutzprojekt, das Ende 2014 mit dem Titel „Alpenflusslandschaften - Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ gestartet wurde. Es geht dabei um die Hotspots der biologischen Vielfalt und darum, die Bevölkerung durch Öffentlichkeitsarbeit dafür zu sensibilisieren und zu interessieren. „Internetflora Ammersee“ ist ein Ableger, der mit dem LBV umgesetzt wird.

Das Interesse an der Pflanzenwelt des Ammersee-Gebietes soll geweckt und die botanische Artenkenntnis verbessert werden. Gleichzeitig sollen bei gemeinsamen Exkursionen oder allein floristische Daten gesammelt werden.

Bei dieser regionalen Mitmach-Aktion lernen botanisch Interessierte die Kartiermethodik kennen, um selbstständig floristische Daten sammeln zu können. Hierzu finden regelmäßige Kartierexkursionen (etwa alle zwei Wochen für die Dauer von etwa drei Stunden) statt, bei denen gemeinsam Pflanzen bestimmt und notiert werden. Für Anfänger sind zusätzliche Treffen mit Bestimmungsübungen geplant. Die ersten Kartierexkursionen finden im Juni in Holzhausen und Stegen statt. Geleitet werden sie von Dr. Sabine Rösler, die freiberuflich für den LBV in München arbeitet. Die Kartierungen finden rund um den Ammersee einschließlich der umgebenden Leiten statt sowie in den Feuchtgebieten im Norden (bis Grafrath) und Süden (bis Wielenbach).

Auf der Projekt-Homepage, die sich noch im Aufbau befindet, können die gesammelten Daten über eine einfach zu bedienende Maske eingegeben werden. Für ausgewählte Arten werden daraus Verbreitungskarten auf der Homepage erstellt. Alle Daten fließen anschließend dem übergeordneten Kartierprojekt „Flora von Bayern“ zu, das es bereits seit zwei Jahren gibt.

Knapp 100 Jahre nach Veröffentlichung der jüngsten Landesflora und mehr als 20 Jahre nach dem Verbreitungsatlas von Schönfelder & Bresinsky war angesichts des fortgesetzten Florenwandels durch Aussterben und Zuwanderung die Notwendigkeit für eine neue, zeitgemäße Bilanz gegeben. Eine Erneuerung zum Nutzen für alle Beteiligten und die ganze Gesellschaft bedarf einer gemeinsamen Anstrengung des amtlichen Naturschutzes, der Ehrenamtlichen und der Wissenschaft. Unterstützt wird die Aktion unter anderen vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und WWF. Parallel zur Datensammlung erfolgt der Aufbau einer Online-Kommunikationsplattform, basierend auf Wiki-Software.

„Internetflora Ammersee“ soll nun zum Mitmachen vor Ort einladen. Teilnehmen kann jeder botanisch Interessierte. Mitgebracht oder angeschafft werden sollten eine Lupe und ein Bestimmungsbuch (vorzugsweise Rothmaler „Exkursionflora von Deutschland“ Band 4).

Weitere Informationen

ab Montag, 8. Juni, unter der Rufnummer (089) 201 20 59.

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