Unterkünfte für Flüchtlinge

Weiter Probleme mit Traglufthalle

Gilching/Gauting - Bei einigen der geplanten Standorte für Asylbewerberunterkünfte im Landkreis Starnberg muss das Landratsamt umdisponieren. Die Traglufthalle in Gilching macht weiter Probleme.

Der Landkreis muss einen weiteren geplanten Standort für die Unterbringung von Asylbewerbern aufgeben. Bei der weiterhin leer stehenden Traglufthalle in Gilching gibt es keine Fortschritte – allerdings kommen derzeit auch kaum noch Flüchtlinge ins Fünfseenland, und der Trend für die kommenden Wochen deutet nicht auf eine Änderung hin.

Wegen der aktuellen politischen Lage auf dem Balkan und der Blockade von Flüchtlingsrouten kommen derzeit nur noch wenige Asylbewerber und Flüchtlinge in den Landkreis Starnberg. Derzeit sind es in Ferienzeiten 15 pro Woche, danach werden es vermutlich im weiteren Frühjahr etwa 30 sein. Dass sind weniger als vom Landkreis angenommen, jedoch rechnet das Landratsamt mit steigenden Temperaturen auch mit steigenden Zahlen. Offiziell geht das Landratsamt bis Jahresende von einer Gesamtzahl von rund 4000 aus – vor Ostern waren es gerade einmal halb so viele.

Bei einigen der geplanten Unterkünfte muss der Kreis jedoch umdisponieren. So in Gauting: Der geplante Container-Standort an der Starnberger Straße unweit des Mädchenheims wurde aufgegeben. „Aus verschiedenen Gründen“ habe das Landratsamt die Anlage wieder gestrichen, antwortete Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger beim Asyl-Dialog vorige Woche auf die Frage eines Bürgers. Wie berichtet, hatten Mädchenheim-Vertreter und Psychologen Probleme in der Nähe zwischen traumatisierten männlichen Flüchtlingen und traumatisierten Mädchen gesehen.

Nach wie vor unbenutzbar ist die Traglufthalle auf dem Gilchinger Festplatz. Der Landkreis weigert sich weiterhin, die Halle vom Lieferanten ab- und in Betrieb zu nehmen. Es gebe eine lange Mängelliste, sagte Kreissprecher Stefan Diebl auf Anfrage, die Abarbeitung sei zäh. So gebe es keine ausreichenden Nachweise bei der Statik, beim Brandschutz, der Elektrik und dem Blitzschutz. Die Prüfer des Landratsamtes haben die Halle nicht freigegeben, zumal es weiterhin Probleme mit den Sanitärcontainern gibt. Der Kreis könne es derzeit nicht verantworten, die Halle als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Einsatzbereit sind die Kochzelte – die hatte der Landkreis selbst aufstellen lassen. Zuletzt hatte das Landratsamt mit einer Inbetriebnahme Ende April gerechnet.

Derzeit reichen die Kapazitäten in den Unterkünften allerdings aus, wenngleich im Lauf des Jahres die Zeltanlagen zumindest teilweise aufgelöst werden müssen. Mit Stand von Dienstag waren im Landkreis 1973 Flüchtlinge und Asylbewerber untergebracht, davon 113 unbegleitete Minderjährige. Sie sind bis auf wenige Ausnahmen auch im Landkreis untergebracht.

In den kommenden Wochen wird eine weitere Containeranlage in Betrieb genommen: auf der Sanatoriumswiese in Krailling. Am Donnerstag, 7. April, von 15.30 bis 17 Uhr hat die Bevölkerung die Möglichkeit, die Anlage zu besichtigen. Bürgermeisterin Christine Borst, Landrat Karl Roth und Mitarbeiter des Landratsamtes stehen für Gespräche zur Verfügung.  cc/ike

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

SOS aus der Mittelschule
Die Integration von Geflüchteten kann nur klappen, wenn die Last auf möglichst viele Schultern verteilt wird. Gerade bei den Schulen ist das aber nicht der Fall. Ein …
SOS aus der Mittelschule

Kommentare