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Stefan Ostermayer setzt sich für eine Umgehungsstraße ein.

„Wollen nicht mehr Spielball der Finanzpolitik sein“

Weßling rüstet sich für den Bürgerentscheid über den Bau einer Umgehungsstraße in Sonderbaulast. Im Merkur-Interview äußert sich Stefan Ostermayer, Vorsitzender des Weßlinger Verkehrsberuhigungsvereins, zu dem Rundbrief „Sackgasse Umgehungsstraße“ der Grünen.

In einem Rundschreiben „Sackgasse Umgehungsstraße“ fordert der Ortsverband der Grünen die Weßlinger dazu auf, beim Bürgerentscheid am 30. September mit „Nein“ zu stimmen. Der Starnberger Merkur hat Stefan Ostermayer, den Vorsitzenden des Weßlinger Verkehrsberuhigungsvereins, dazu befragt, warum die Bürger mit „Ja“ stimmen sollten.

Herr Ostermayer, die Grünen schreiben in ihrem Rundbrief, dass die Finanzierung einer Staatsstraße nicht Aufgabe der Gemeinde sei. Sie meinten auch, dass Sie 2011 noch der gleichen Ansicht gewesen waren. Stimmt das?

Nein. Fakt ist, dass wir schon im Mai 2009 einen Antrag gestellt haben, der die Gemeinde dazu auffordert, die Finanzierungsmöglichkeiten der Umgehungsstraße zu klären – unter anderem auch eine Finanzierung in Sonderbaulast. Die Grünen beziehen sich auf einen mir bisher unbekannten Artikel eines Anzeigenblatts, in dem Namen und Tatsachen falsch dargestellt wurden und der meinen Namen gar nicht nennt.

Der Gemeinderat hat sich gegen eine Finanzierung der Umgehungsstraße in Sonderbaulast entschieden. Einer der Gründe ist, dass dies eine zu hohe finanzielle Belastung für die Gemeinde darstellt. Was sagen Sie dazu?

Als wir das Bürgerbegehren eingereicht haben, wurde von der Gemeinde bestätigt, dass die Sonderbaulast mit dem Haushalt der Gemeinde vereinbar ist. Das ist auch unsere Sicht. Die Schuldenlast kann über Grundstücksverkäufe gemildert werden. In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde einige Grundstücke erworben, andere können jetzt verkauft werden.

In ihrem Rundbrief schreiben die Grünen, dass die Entlastung ihr Geld nicht wert sei. Die Lärmreduzierung wäre minimal, sie geht nur um 20% zurück. Was setzen sie dem entgegen?

Für die Weßlinger ist von 4 Uhr früh bis spät abends der Schwerlast-Verkehr an der Hauptstraße die größte Belastung. Durch das Lkw-Durchfahrverbot wird dieser wegfallen. Die Weßlinger – auch die Kinder – werden entlastet und können wieder schlafen. Durch Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h fällt weiterer Lärm weg und die Verkehrssicherheit steigt. Nach Berechnungen des Straßenbauamts nimmt übrigens auch der Lärm im Wohngebiet Höhenrainäcker ab.

Glauben Sie, dass die Mehrheit der Weßlinger am 30. September mit „Ja“ stimmen wird?

Ich bin optimistisch, dass Weßling sich für die Sonderbaulast entscheidet. Seit 25 Jahren kämpft Weßling für eine Umgehungsstraße. Wir wollen nicht mehr Spielball der bayerischen Finanzpolitik sein. Stattdessen wollen wir Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass die Lebensbedingungen für kommende Generationen verbessert werden.

Das Interview führte Marie-Anne Hollenz

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