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Wilhelm Edelmann  ist gestorben. foto: fkn

Weßling verliert ein Urgestein

Weßling - Wilhelm „Witschi“ Edelmann ist tot. Der ehemalige Eishockey-Nationalspieler aus Weßling starb am Freitag im Alter von 79 Jahren.

Die letzten Jahre waren schwer. Seit 20 Jahren hatte der ehemalige Eishockey-Torwart und spätere Schiedsrichter gesundheitliche Probleme. Am Donnerstagabend wurde er im Tutzinger Krankenhaus noch einmal operiert. Doch es hat nichts mehr genutzt. „Wir haben mit seinem Tod gerechnet und konnten uns noch von ihm verabschieden. Es war besser so. Ein Leben, das nicht mehr lebenswert ist, wollte mein Mann nicht“, sagt Helga Edelmann. Ein Leben, das hauptsächlich vom Sport und durch die Familie geprägt war. Mit viel Glück traf man Witschi Edelmann in seinem Getränkemarkt am Bahnhof in Weßling, den er 40 Jahre lang betrieben hat. Und wenn es die Zeit erlaubte, erzählte er von früher, als der SC Weßling noch in der höchsten Eishockey-Liga spielte. Wer nämlich wie Edelmann in Weßling geboren wurde, bekam mit den Windeln auch gleich noch Schlittschuhe mit in die Wiege gelegt. „Ja, damals, da waren die Winter noch ganz anders. Da konnte man fest damit rechnen, dass der See von Oktober bis März zugefroren war“, erinnerte er sich gerne an seine Sturm- und Drangzeit. Die Eisdecke sei bis zu 1,50 Meter dick gewesen. Der inzwischen verstorbene Weßlinger Chirurg Karl Häser schrieb in seinen Lebenserinnerungen: „Der Witschi war ein chirurgischer Dauerbrenner. Denn einmal aufs Eis geschickt, kämpfte er stets unter Einsatz sämtlicher Extremitäten. Was regelmäßig zu schweren Knochenbrüchen und zu Zahnverlusten führte.“ Als Schiedsrichter pfiff er unter anderem 1957 bei Weltmeisterschaft in Moskau.

Sportlicher Weggenosse von Edelmann war Roland von Rebay sen. „Ich war erschüttert, als ich vom Tod meines Sportkameraden erfahren habe“, sagte er gestern. „Er war ein Ausnahme-Athlet, der sich vor nichts gefürchtet hat.“ Die Beerdigung findet voraussichtlich am Dienstag in Weßling statt.

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