Alle Gebiete: die möglichen Windkraftareale im Landkreis Starnberg.

Windkraft: Alle Gebiete im Landkreis bekannt

Starnberg - Die Karten liegen auf dem Tisch: Der Landkreis Starnberg hat eine Karte mit allen derzeit in Prüfung befindlichen Vorranggebieten für Windkraftanlagen veröffentlicht. Mitte 2013 könnten sich die ersten Windräder drehen.

Die erste Hürde des Pilotprojekts im Landkreis Starnberg ist genommen. Alle 14 Gemeinden haben so genannte Billigungsbeschlüsse für Teilflächennutzungspläne gefasst - mit zwei Ausnahmen einstimmig. Derzeit laufen die Auslegungen an, also können sich die Bürgern die Planungen selbst in den Rathäusern ansehen.

Der weitere Zeitplan sieht eine Abwägung der Stellungnahmen aus der Auslegung und eine weitere Auslegung der dann geänderten Pläne bis zum Frühjahr vor. Einen konkreten Termin, wann der Plan für den gesamten Landkreis Starnberg gelten wird, konnten Landrat Karl Roth und Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel bei der Vorstellung der Kreiskarte am Donnerstagnachmittag nicht nennen.

Drei Gemeinden haben wegen der Kriterien - 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung, Schutz zentraler Landschaftsteile und einiges mehr - keine Gebiete gefunden: Herrsching, Tutzing und Feldafing. Alle anderen haben mehr oder minder große Flächen ausgewiesen, die nun durch ein in einigen Wochen vorliegendes Ertragsgutachten für die Wirtschaftlichkeit der Windräder konkretisiert werden. Auch laufen die natur- und artenschutzrechtlichen Untersuchungen weiter.

Kühnel geht nicht davon aus, dass von den bisher ermittelten Gebieten dabei viele zu streichen sein werden. Vielmehr wird es wirtschaftliche Unterschiede geben. Wie viele Windräder es am Ende sein werden, werden erst konkrete Genehmigungsverfahren zeigen. Damit der Kreisplan rechtlich wasserdicht wird, müssen es Kühnels Ansicht nach mindestens acht bis zehn sein. Nur dann sei der Plan, der Zahl und Standorte der Windkraftanlagen mit Höhen um die 200 Meter begrenzt und deutlich über die gesetzlichen Mindestabstände hinausgeht, gesichert. An anderen Fällen kann sich der Kreis nicht orientieren: Auf diesem Weg hat noch kein Kreis in Bayern das Thema Windkraft geregelt.

Insgesamt sind Kreis und Gemeinden stolz, dass alles so reibungslos geklappt hat. "Es ist nicht einfach, 14 Gemeinden unter einen Hut zu bringen", sagte Landrat Roth. Bürgermeistersprecher Rupert Monn betonte, dass die Gemeinden nur auf diesem Wege ihre Bürger vor Windrädern an vielen, unerwünschten Stellen schützen könnten.

Windkraft-Gebiete in der Übersicht

Frühestens Anfang 2013 sind wegen Fristen erste Baugenehmigungen für Windräder möglich; mit dem Bau kann Mitte 2013 gerechnet werden. Acht Windräder der aktuellen Baureihe mit rund 140 Metern Nabenhöfe und rund 50 Meter langen Rotoren würden zehn Prozent des Stromverbrauchs im Landkreis decken können - rein rechnerisch.

Die Karte des Landkreises (Stand 26. Oktober 2011) mit den derzeit in Prüfung befindlichen Gebieten finden Sie hier zum Herunterladen (PDF, ca. 2,3 MB).

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