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Windkraft: Kreisbaumeister kritisiert Darstellungen

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Größenvergleich: Neben dem Bismarckturm (30 m), dem bestehenden Windrad auf der Maxhöhe (35 m), der Tutzinger (45 m) und der Aufkirchner Kirche (54 m) wirken das von Siegfried Genz beantragte Windrad (73 m) und die derzeit technisch aktuellen Anlagen mit rund 190 Metern gewaltig. Dazwischen: die Frauenkirche mit 98 Metern und als Vergleich der Olympiaturm mit fast 300 Metern. © IKE

Berg/Starnberg - Der Landkreis greift ein: In der Debatte um in den Wadlhauser Gräben bei Berg geplante Windkraftanlagen wird sich der Landkreis Starnberg um Sachlichkeit bemühen. Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel kündigte spezielle Ansichten an.

Der Umfang des Widerstandes vor allem aus den östlichen Nachbargemeinden Schäftlarn und Neufahrn hat den Starnberger Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel überrascht. Die Ursache sieht er in Defiziten: "Die Nachbarn sind grottenschlecht informiert." Darstellungen und Aussagen zu Anzahl, Lärm und dergleichen mehr seinen "einfach falsch". Der Landkreis lasse derzeit von Spezialisten realistische Ansichten erstellen und werde nicht nur die Nachbargemeinden darüber "sehr schnell" informieren, erklärte er auf Anfrage. Zudem werde es eine dritte Auslegung des Teilflächennutzungsplanes geben; die zweite endet am Mittwoch und wird von Gegnern intensiv genutzt.

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Die rote Linie zeigt die geplante Konzentrationsfläche. © IKE

Wären die Angaben der Gegner so zutreffend, "würden auch wir das nicht wollen. Horrorszenarien werden wir planungsrechtlich verhindern." Große Windparks wollte der Kreis genau durch die alle Gemeinden umfassenden Planung von Konzentrationsflächen für Windkraft vermeiden und durch das Konzept einen Wildwuchs der prinzipiell privilegierten Windkraftanlagen vermeiden. Heißt: Ohne die Planung könnte ein Privatinvestor an jeder geeigneten Stelle Windräder mit den technisch aktuellen Höhen von rund 190 Meter bauen, ohne dass die Gemeinden dies verhindern könnten.

Das droht auch in Berg. Der Unternehmer Siegfried Genz, derzeit einziger Betreiber eines Windrades im Landkreis Starnberg, hatte vor knapp einem Jahr ein 73-Meter-Windrad östlich der Maxhöhe beantragt - genau in der Sichtachse von Aufkirchen auf die Alpen. Das hatte der Berger Gemeinderat unter Hinweis auf die Flächennutzungsplanung ein Jahr zurückgestellt. Sollte bis Ende des Jahres diese Planung nicht abgeschlossen sein, könnte Genz das Windrad womöglich errichten.

Bei einer Versammlung der Gegner erklärte Bergs Bürgermeister Rupert Monn, eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken München stehe im Raum; ein Vertrag liege vor. Darin geht es um drei bis vier Windräder. Die Gegner befürchten, dass auf dem großen Areal zwischen Neufahrn, Fachach, Mörlbach und Kempfenhausen ein ganzer Windpark mit acht oder mehr Anlagen entsteht. Technisch halten Experten eine Maximalzahl von sieben für theoretisch möglich.

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