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Windräder: Machtlfing läuft Sturm

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Umweltfreundlich, aber nicht gerade hübsch: In etwa so wäre nach Meinung der Bürger der Blick vom südlichen Ortsrand Machtlfings auf den Kerschlacher Forst, wenn die Pläne umgesetzt würden.  fotomontage: fkn
Umweltfreundlich, aber nicht gerade hübsch: In etwa so wäre nach Meinung der Bürger der Blick vom südlichen Ortsrand Machtlfings auf den Kerschlacher Forst, wenn die Pläne umgesetzt würden. fotomontage: fkn

Machtlfing - Im Andechser Ortsteil Machtlfing herrscht blankes Entsetzes. Grund sind fünf bis zu 200 Meter hohe Windräder, die in der Nachbarschaft errichtet werden sollen.

Und da sind sie wieder, die Windräder, die bereits im Mai den Andechser Gemeinderäten die Kinnladen hatten runterfallen lassen: Der Raistinger Medienunternehmer Michael Ludwig hat zwar offenbar von seinen Plänen, im Rothenfelder Forst zwei bis zu 200 Meter hohe Windräder aufzustellen offensichtlich Abstand genommen; dafür plant er jetzt bis zu fünf an der Zahl im Kerschlacher Forst - direkt auf dem Präsentierteller für die Bürger des Andechser Ortsteils Machtlfing. Die Einwohner sind entsetzt.

„Ich habe nichts gegen Windparks, aber das ist eine Dimension, die mir zu groß ist“, sagt die Machtlfinger Gemeinderätin Gertraud Daenell (Bürgergruppe). Aus dem Betrieb der Windräder auf Pähler Flur (Landkreis Weilheim-Schongau) ergebe sich für die Anwohner eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität. „Schattenwurf, Lärm, Verletzungsgefahr von Vögeln, Veränderung des Landschaftbildes und auch Auswirkungen auf den Tourismus“, befürchtet Daenell.

Am Sonntagabend trafen sich mehrere Bürger und unterzeichneten eine Erklärung. „Die wollen wir am Mittwoch dem Pähler Gemeinderat vor seiner Sitzung, in der über die Windräder entschieden wird, übergeben“, kündigt Daenell an.

Der Pähler Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung bereits über eine Bauvoranfrage des Raistinger Unternehmers beraten: Um den möglichen Ertrag aus Windkraft zu ermitteln, will Ludwig zunächst einen 86 Meter hohen Mast mit einem Messgerät aufstellen, das ein Jahr lang Daten sammelt. Der Gemeinderat vertagte den Beschluss aber, weil er das Projekt zunächst den Bürgern vorstellen und mit ihnen besprechen wollte.

Der Platz, auf dem der Windpark entstehen soll, liegt nach Auskunft des Pähler Bürgermeisters Klaus Pfeiffer im Gebiet des „Bayerischen Staatsforsten“. Da der Freistaat bei solchen Projekten nicht gegen den Willen der Bürger arbeiten will, spielt seinen Angaben nach deren Einverständnis eine große Rolle.

Im Nachbarort Andechs wurde aber offensichtlich kein Bürger befragt. Dabei sei man in Machtlfing viel stärker betroffen als die Pähler, moniert Daenell mit Blick auf die topographische Lage: Da Pähl deutlich tiefer gelegen ist, dürfte man dort die Windräder längst nicht so deutlich wahrnehmen.

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