Die Radl-Aktivisten trafen sich diesmal vorm Rathaus in Inning, um eine Wunschliste abzugeben. Foto: Jaksch

Wunschliste an den Bürgermeister

Inning - Die ADFC-Ortsgruppe Inning hat innerhalb kürzester Zeit eine zweite Radldemo organisiert. Diesmal wurden Radler-Wünsche zusammengefasst und dem Bürgermeister in den Briefkasten geworfen.

„Es ist wirklich fünf vor zwölf“, stellte Thomas Allner-Kiehling bei einer Schlusskundgebung der zweiten Inninger Radldemonstration am Samstag mit Nachdruck fest. Der Ortsgruppensprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) und die im Inninger Ortsteil Schlagenhofen gestarteten Mitstreiter hatten aus gutem Grund das Inninger Rathaus als Endziel ausgewählt. Dort warfen sie ihre Radwege-Verkehrsforderungen in den Rathausbriefkasten ein.

Die Alltagsradler aus Inning und den Ortsteilen Buch und Schlagenhofen, aus Herrsching und Weßling fordern bereits seit zwei Jahren akzeptable Lösungen für die ihrer Ansicht nach zum Teil lebensgefährliche Radverkehrssituation in der Ammerseegemeinde und der Region. Ohne öffentlichen Druck würden keine Ziele erreicht, ist ADFC-Sprecher Thomas Allner-Kiehling überzeugt. Deshalb wollen die Radl-Aktivisten auch künftig mit spontanen Aktionen (so genannte Critical Mass) die Fertigstellung des Radwegenetzes einfordern.

Ein Gefahrenpunkt ist die unübersichtliche Engstelle der Staatsstraße 2070 in Schlagenhofen. „Auf den 400 Metern hat es nach Angaben der Polizei in drei Jahren 14 Unfälle gegeben, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren“, zog der ADFC-Sprecher Bilanz. Von der vorgeschlagenen Alternative des Landratsamts, die Radfahrer vom bestehenden Radweg entlang der Staatsstraße durch den Wald auf den Bucher Weg nach Schlagenhofen zu leiten (wir berichteten), hält der Sprecher mangels Alltagstauglichkeit nichts.

Weil bis zur Fertigstellung eines sicheren Radwegnetzes selbst im günstigsten Fall Jahre vergehen werden, haben die Fahrrad-Aktivisten eine Wunschliste mit „sofortigen Ersatzmaßnahmen“ im Rathausbriefkasten eingeworfenen. Es geht um eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 40 für die Inninger Ortsdurchfahrt, um eine Tempo 40-Regelung und den Bau eines Radwegs in Schlagenhofen und die Erstellung eines kommunalen Radwege- und Schulwegplans, wie es ihn in anderen Landkreisgemeinden bereits gebe. Thomas Allner-Kiehlings Resümee am zweiten Inninger Aktionstag: „Es gibt noch viel zu verbessern und zu demonstrieren, bis Inning eine radl-freundliche Kommune wird.“

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