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Ein Dankeschön für Lebensretter (v.l.): BRK-Bezirksvorsitzende Christa Stewens, BRK-Botschafterin Gela Allmann, Karin Windorfer vom BRK-Kreisverband, Blutspenderin Gisela Maier, BRK-Botschafter Felix Brunner sowie Georg Götz und Franz Weinauer vom Blutspendedienst. 

Auszeichnung von Blutspendern

Zwei vielfache Lebensretter

Eine Blutspende kann Leben retten. Gisela Maier und Claudia Putzer haben das schon mehrfach getan. Sie wurden nun für die 75. beziehungsweise die 125. Blutspende ausgezeichnet.

Landkreis – Drei Leben mit einem Piekser retten – das ist laut Karin Windorfer vom Kreisverband Starnberg des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) bei einer Blutspende möglich, theoretisch zumindest. Und die Deutschen scheinen das, wiederum theoretisch, auch erkannt zu haben. Auf seiner Webseite jedenfalls dekliniert der Blutspendedienst des BRK die Zahlen herunter: 94 Prozent halten Blutspenden für wichtig, 60 Prozent wären grundsätzlich dazu bereit. Allein – die tatsächliche Spenderquote liegt bei mageren 3,5 Prozent, und im Landkreis sind es sogar nur 2,69 Prozent.

Allerdings: Von diesen Spendern sind manche besonders aktiv. Das betrifft vor allem Gisela Maier (73) aus Starnberg und Claudia Putzer (59) aus Buch. Sie haben jeweils 75 beziehungsweise ganze 125 Mal gespendet und sind damit Rekordhalter im Landkreis. Nun wurden sie vom Blutspendedienst zusammen mit 450 weiteren Spendern aus ganz Oberbayern nach Erding zu einem Galadinner eingeladen.

„Ich spende, seit ich 18 bin“, erzählt Gisela Maier, die bis 2009 fast 19 Jahre lang Rektorin der Grundschule in Starnberg war. Das sei in ihrer Familie absolut selbstverständlich gewesen, wie sie erklärt: „Ich komme aus einem Medizinerhaushalt.“ Während ihres Studiums spendete sie sogar bei verschiedenen Organisationen gleichzeitig, wenn auch nicht immer nur aus gemeinnützigen Gründen. „Früher hat man 20 Mark pro Spende bekommen“, erzählt sie lachend.

Aber auch später hörte sie nicht auf. Sie findet: „Es war einfach Pflicht.“ Als Schulleiterin stellte sie dem BRK häufig Räumlichkeiten für Spendenaktionen zur Verfügung. Nur wenn Maier, die leidenschaftlich gerne verreist, sich mal wieder in Australien befand, musste sie aussetzen.

Claudia Putzer, die für den Arzneihersteller Weber & Weber tätig ist, hat es sogar auf noch mehr Spenden gebracht. Das liegt auch daran, dass sie lange Zeit nur Thrombozyten, also Blutplättchen gab. „Da kann man ja häufiger spenden“, erklärt sie. Zur Ehrung in Erding konnte sie aus beruflichen Gründen nicht kommen.

Mit 23 hat sie zum ersten Mal gespendet, wobei sie eigentlich nur eine Kollegin zu einer Spendenaktion hatte begleiten wollen, die nicht alleine hingehen mochte. Wenig später aber kamen die Anrufe vom Roten Kreuz: Sie habe Blutgruppe 0 negativ, die für alle Empfänger verwendet werden kann. Nur sechs Prozent der Bevölkerung weisen sie auf. Ihre Spende wurde also dringend benötigt.

Früher spendete sie mit Vorliebe im Klinikum München. „Ich bin gerne in München herumgegangen“, erzählt sie fröhlich. „Zum Shoppen.“ Ihre Familie habe sie jedoch nie zum dauerhaften Spenden überreden können. Ihr Mann sei „irgendwie dagegen“. Spendet sie immer noch? „Ja, freilich!“ Drei- bis viermal im Jahr schaffe sie es – man kann sich also auf weitere Rekorde einstellen.

Die sind angesichts der niedrigen Spendenzahlen auch notwendig. Windorfer kann die mangelnde Bereitschaft der Bürger nur bedingt verstehen. Nicht nur Unfallopfer mit hohem Blutverlust seien auf Spenden angewiesen. Für sie werden gerade mal zwölf Prozent der Spenden verwendet. Auch Leukämiepatienten und solche mit schweren Infektionskrankheiten brauchen Blutspenden. „2000 verwendet man bayernweit pro Tag“, sagt Windorfer.

Generell dauert eine Spende laut BRK im Normalfall nicht länger als eine halbe Stunde. Dazu kommt: Blutspenden sei der Gesundheit nicht abträglich, im Gegenteil. „Der Aderlass war ja lange Zeit eine anerkannte medizinische Maßnahme“, sagt Windorfer und berichtet von Spendern, die gerade deswegen Blut geben. Zudem würde jeder Spender über Auffälligkeiten in seinem Blut informiert, so dass Erkrankungen schnell erkannt werden können.

Wichtig ist es Windorfer, sich bei den Spendern zu bedanken. Das BRK in Starnberg besorgt deshalb Essen und Trinken sowie kleine Geschenke (für die übrigens ebenfalls Spenden willkommen sind). Zu diesen Bemühungen passt auch die Gala in Erding. Aber letzten Endes gilt natürlich, wie es Maier ausdrückt: „Wichtig ist, dass man vielen Menschen hilft“ – und zwar nicht nur theoretisch.

Von Josef Städter

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