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Ein Glücksschwein im besten Wortsinn. Die Tiere auf dem Hof von Demeter-Landwirt Simon Mair aus Farchach haben wirklich Schwein gehabt.

Landwirtschaft

Die glücklichen Glücksbringer

Glücksschweine aus Marzipan oder Schokolade symbolisieren ein glückliches neues Jahr. Mit dem Begriff „Glücksschwein“ kann auch Landwirt Simon Mair durchaus was anfangen. Er verbindet damit die gute Laune, die er bei seinen Tieren auf dem Demeter-Hof beobachtet.

Farchach – Echt Schwein gehabt haben die Ferkel, die bei Mair in der „Wohngemeinschaft“ leben dürfen. Das Schlafzimmer teilen sich Trick und Track nämlich mit den Kälbern Soraia, Lima, Monte und Anemone. Draußen ist es ausgesprochen ungemütlich. Track hat sich in einen Haufen Stroh eingekuschelt. Trick ist eher zum Ärgern aufgelegt und stupst Lima solange an, bis diese stoisch, aber offensichtlich genervt das lästige Wesen abschüttelt. Das ist genau so, wie man es aus dem Kinderzimmer kennt: Tags wird gestritten, nachts schmiegen sich Schwein und Kalb aneinander.

Am Kirchplatz 1 wachsen die drei Kinder des Demeter-Landwirts inmitten von Ziegen, Kühen, Schweinen und Hühnern auf. Wie einst ihr 39-jähriger Vater selbst, der den seit 1970 biologisch arbeitenden Hof von seinem Vater Stefan Mair übernahm und 2001 auf Demeter umstellte.

Hier ist alles ein bisschen anders als in konventionellen Betrieben. Das Zusammenleben der Tiere, die Fütterung und der Alltag. Anders, weil immer nur so viele Tiere gehalten werden, wie auch aus eigener Produktion gefüttert werden können. Das sind drei Schweine, die mit zehn Wochen nach Farchach umziehen. Aktuell sind es nur zwei, weil der Demeter-Kollege nur ein männliches und ein weibliches Jungschwein hatte.

Gefüttert werden die Stallbewohner mit Molke aus der hauseigenen Käserei und gedämpften Futterkartoffeln, erzählt Mair. Weder Mais, Getreide und schon gar kein Antibiotikum landen im Futtertrog. Wachsen dürfen sie in ihrem eigenen Tempo, sagt er. Und die Tiere stehen nicht dicht gedrängt, sondern haben viel Platz für allerlei Unsinn. Dazu gehört das Ausbüxen. Vorzugsweise nachts, sodass die ganze Familie mit Taschenlampe das Dorf absucht – um festzustellen, dass die Viecher doch nur einmal um den Misthaufen herumgelaufen sind. Man spürt die Nähe, die Mair zu seinen Tieren hat. Und ja: Die Schweine werden mit durchschnittlich neun Monaten geschlachtet. In einer Vorzeigemetzgerei im Landkreis, sagt er. „Möglichst ohne Aufregung und Stress für die Schweine.“

Manchmal wird er von Vegetariern gefragt, wie er das Töten verantworten kann. Einfache Antworten darauf gibt es nicht, gesteht er. Vielleicht die: Die Ferkel hatten von Geburt an ein gutes Leben. Und naheliegend ist auch die nächste Frage: „Essen Sie das Fleisch ihrer Tiere?“ Auch das bejaht der Demeter-Mann, genau wie die Eltern Stefan und Susanne, seine Frau Hanna und die drei Kinder. Wie vor 100 Jahren, als man noch keine abgepackte Ware im Supermarkt kaufen konnte, die ganz nebenbei gesagt oft von unglücklichen Tieren stammt.

mk

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